Statt auf Abschottung setzen erfolgreiche Unternehmen auf gezielte Öffnung für externes Know-how. © Magnific/gpointstudio
Familienunternehmen nutzen digitale Innovation und Kooperationen als Wettbewerbsvorteil. Das zeigen die Ergebnisse der 12. PwC Family Business Survey – DACH-Region.
Die österreichische Wirtschaft ist stark von Familienunternehmen geprägt: 198.800 Betriebe beschäftigen knapp 2,2 Millionen Menschen und erwirtschaften Umsätze von rund 570 Milliarden Euro. Doch angesichts globaler Krisen und technologischer Umbrüche stehen sie vor grundlegenden Herausforderungen und beginnen gleichzeitig, diese als Chance zu nutzen. Sie erkennen, dass wahre Resilienz nur mit strategischer Öffnung gelingt, und sehen im technologischen Fortschritt enormes Wachstumspotenzial. Das zeigt die 12. Global Family Business Survey von PwC. Für die aktuelle Studie wurden 1.325 Familienunternehmen aus 62 Ländern befragt, darunter 150 Unternehmen aus dem DACH-Raum.
Start für strategische Neuausrichtung
Die Bilanzen der deutschsprachigen Familienunternehmen zeichnen ein gemischtes Bild. Fast jedes dritte Unternehmen musste 2025 Umsatzeinbußen verkraften. Gleichzeitig geben 41 Prozent ein Umsatzwachstum an. Knapp 60 Prozent rechnen mit einem Wachstum in den kommenden zwei Jahren. Als größte Herausforderung wurden der immense Wettbewerbsdruck, Talententwicklung und hohe Regulierung genannt.
Auch zukünftig bleibt der Fachkräftemangel für die deutschsprachigen Familienunternehmen ein großes Problem. Gleichzeitig verfügen diese allerdings über klare Wettbewerbsvorteile: allen voran ihre langfristige Perspektive und Beständigkeit, eine starke Mitarbeiterloyalität sowie ein stabiles Wertegerüst. Hinzu kommt eine hohe Agilität, die sich besonders in schnellen Entscheidungen und rascher operativer Anpassungsfähigkeit zeigt.
Resilienz durch Öffnung
Die Studie zeigt auch, dass sich das Verständnis von Resilienz wandelt. Statt auf Abschottung setzen erfolgreiche Unternehmen auf gezielte Öffnung für externes Know-how. So planen 39 Prozent der Befragten aus dem DACH-Raum, die Geschäftsführung um externe Expert:innen zu erweitern, und 35 Prozent wollen ihre Kontrollgremien für mehr Diversität anpassen, um unterschiedliche Perspektiven auf Themen wie Arbeitskultur, Nachhaltigkeit oder KI zu nutzen. Darüber hinaus können Familienunternehmen verstärkt von Kooperationen mit Start-ups, anderen Familienunternehmen und Forschungseinrichtungen profitieren. Ebenso wichtig ist ein vorausschauender Nachfolgeplan.
„Der Wille ist da, entscheidend wird jetzt aber die Umsetzung sein. Die Botschaft an die Unternehmen lautet: Tempo aufnehmen, sich für neue Wege öffnen und die nächste Generation aktiv einbinden. Denn nur wer Geschwindigkeit, Offenheit und Innovationskraft vereint, kann in einer komplexen Welt als Vorreiter bestehen und die Zukunft seines Unternehmens langfristig sichern“, so Rudolf Krickl abschließend. (BS)