Der Insolvenzantrag wurde am Landesgericht Feldkirch gestellt © APA - Austria Presse Agentur

Der Vorarlberger Fahrradhersteller Simplon ist zum zweiten Mal zahlungsunfähig. Die nunmehrige 2Rad Produktions GmbH, die früher Simplon Fahrrad GmbH hieß, hat am Mittwoch beim Landesgericht Feldkirch einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung gestellt. Die Passiva belaufen sich auf rund 33,4 Mio. Euro, rund 28 Mio. Euro sind wieder aufgelebte Forderungen der Vorinsolvenz. Es sind 54 Dienstnehmer betroffen, informierten die Kreditschutzverbände.

Die Simplon Fahrrad GmbH mit damals 140 Dienstnehmern hatte vor zwei Jahren Zahlungsunfähigkeit angemeldet, die Verbindlichkeiten beliefen sich auf etwa 44,5 Mio. Euro, der Buchwert der Aktiva wurde mit 33,2 Mio. Euro beziffert. Es wurde eine Zahlungsquote von 30 Prozent innerhalb von zwei Jahren angestrebt. Ein Finanzinvestor stieg ein. Bei der in Hard am Bodensee ansässigen 2Rad Produktions GmbH handelt es sich um den eigenen Zuliefer- und Produktionsbetrieb von Simplon. Gesellschafter des insolventen Unternehmens ist die Simplon Bike GmbH - die ehemalige Simplon Holding GmbH.

26 Mio. Euro Schulden bei Bank

Am Mittwoch folgte der erneute Gang zum Landesgericht. Von den Passiva in Höhe von 33,4 Mio. Euro entfallen 26 Mio. Euro auf eine Vorarlberger Bank. Betroffen sind außerdem Lieferanten und Dienstnehmer. Das Vermögen in Form eines Warenlagers wurde mit 8,3 Mio. Euro beziffert. Das Unternehmen strebt die Sanierung über eine Quote von 20 Prozent an, zahlbar binnen zwei Jahren nach Annahme des Sanierungsplanes.

Laut Darstellung der Schuldnerin waren die aus der ersten Insolvenz übernommenen Warenbestände unzureichend und nicht vollständig. Deshalb habe der bestehende Auftragsbestand nicht zügig abgearbeitet werden können. In weiterer Folge sei die Lieferfähigkeit beeinträchtigt gewesen, was zu weniger Aufträgen geführt habe. "Mit dem Sanierungsantrag soll nun die Grundlage für eine geordnete Restrukturierung geschaffen werden. Ziel der Geschäftsführung ist es, den laufenden Geschäftsbetrieb fortzuführen, die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens wiederherzustellen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten", teilte das Unternehmen in einer Aussendung mit.