EHL erwartet starkes Interesse an dem Jugendstilgebäude © APA - Austria Presse Agentur
Das denkmalgeschützte Otto-Wagner-Gebäude der Postsparkasse in der Wiener Innenstadt steht zum Verkauf. Die EHL Investment Consulting sei vom Masseverwalter der insolventen Eigentümergesellschaft, die zum Signa-Reich gehört, mit der Verwertung der Liegenschaft beauftragt worden, hieß es in einer Aussendung des Immobiliendienstleisters am Montag. Der ehemalige Sitz der Postsparkasse beherbergt heute Institutionen aus Kunst, Kultur, Forschung und Wissenschaft.
Die Liegenschaft ist den Angaben zufolge bis Ende 2118 an die staatliche Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) im Rahmen eines Baurechtsvertrages verpachtet. Der Baurechtszins sei durch Bindung an den Verbraucherpreisindex vollständig wertgesichert. Während der Baurechtslaufzeit träfen den Liegenschaftseigentümer keinerlei Instandhaltungs- oder Instandsetzungsverpflichtungen. Nach Ende der Baurechtslaufzeit gehe das Gebäude entschädigungslos in das Eigentum des Grundstückseigentümers über.
Scharfe Kritik am Baurechtsvertrag der staatlichen BIG mit dem inzwischen insolventen Bauträger Signa des mittlerweile in U-Haft befindlichen Investors René Benko hatte der Rechnungshof nach einer Prüfung im Frühjahr geübt. Dabei ging es unter anderem um fehlenden Wettbewerb, teure Adaptierungen und Compliance-Mängel.
Starkes Investoreninteresse erwartet
Markus Mendel, Geschäftsführer der EHL Investment Consulting, rechnet indes mit einer regen Nachfrage nach dem Wiener Architekturdenkmal: "In Anbetracht dieser außergewöhnlichen Opportunität erwarten wir starkes Interesse sowohl von nationalen als auch von internationalen privaten sowie auch institutionellen Investoren, die den wertgesicherten Cashflow als Absicherung von indexierten Ausgabenströmen, wie dies beispielsweise bei Pensionskassen üblich ist, nachfragen."