Boris Šešlija von Huawei Austria am Austrian Energy Day © Montel
Huawei stellte beim Austrian Energy Day 2026 die neuesten Entwicklungen vor und teilte Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern mit der heimischen Branche.
Der Bedarf an Großspeichern in Österreich war selten größer: Bei den heimischen Verteilnetzbetreibern liegen aktuell Anschlussanfragen für Batteriespeicher (BESS) im Umfang von über 24 Gigawatt vor. Allein bei Kärnten Netz entspricht das dem Fünffachen der Netzspitzenlast des Bundeslandes. Das Interesse von Unternehmen und Investoren an Energiespeichern als zentralem Baustein der Energiewende ist damit ungebrochen – und wächst weiter.
Das vor einem Jahr in Kraft getretene Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) sollte dafür den regulatorischen Rahmen schaffen: Netzentgeltbefreiung für systemdienliche Speicher, klare Anschlussfristen und mehr Transparenz in den Verfahren. In der Praxis fehle bislang jedoch eine trennscharfe Definition von "Systemdienlichkeit", schreibt der Anbieter Huawei in einer Aussendung. Das führe dazu, dass viele Anschlussverfahren stocken – und auch die zentrale Verordnung zu den Netzentgelten (SNE-G-V) wird erst mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten.
"Die Technologie steht bereit, die Nachfrage ist da – und sie ist ausgereift. Huawei hat das in diesem Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Projekte mit bis zu 4,5 GWh wurden bereits ausgeliefert. Das ist heute technisch realisierbar und erprobt. Mit dem ElWG wurden wichtige Grundlagen für den Ausbau von Speichern geschaffen. Jetzt kommt es darauf an, auch bei den noch offenen Fragen zu den Systemnutzungsentgelten rasch Klarheit zu schaffen. Dann kann Österreich die vorhandene Nachfrage in konkrete Projekte übersetzen, Investoren im Land halten und das Potenzial von Batteriespeichern für die Energiewende noch besser nutzen", sagt Boris Šešlija, Principal Business Development Manager bei Huawei Austria.
Das ist in anderen Ländern bereits möglich
Wie sich ein Speichermarkt in kurzer Zeit entwickeln kann, zeigen Beispiele aus anderen europäischen Ländern. In Bulgarien deckt der Speichermarkt bereits über 16 Prozent des nationalen Strombedarfs. Ein Beispiel dafür ist der 500-Megawattstunden-Speicher von Huawei in Lovech, aktuell das größte Batteriespeicherprojekt des Landes, mit einer Round-Trip-Efficiency von über 91 Prozent und nahezu geräuschlosem Betrieb.
Auch in Deutschland realisiert Huawei bereits ein Großprojekt mit über 760 Megawattstunden, in Frankreich eines mit über 500 Megawattstunden – beide eingebunden in etablierte Regelenergie- und Kapazitätsmärkte. Diese Beispiele belegen Huawei zufolge: Die Technologie ist ausgereift, skalierbar und längst marktreif. Die dabei gesammelte Erfahrung – von der Projektplanung über die Netzintegration bis zum laufenden Betrieb – ließe sich sich direkt auf den österreichischen Markt übertragen.
"Wir sehen in Österreich einen Markt mit enormem Potenzial und sehr viel Bewegung", so Boris Šešlija. "Aus unseren Projekten in Bulgarien, Deutschland und Frankreich wissen wir, worauf es bei der erfolgreichen Umsetzung von Großspeicherprojekten ankommt. Dieses Wissen bringen wir gerne ein und stehen österreichischen Unternehmen und Projektentwicklern als Partner zur Seite."
Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich
Für Österreich als Wirtschaftsstandort bietet der Ausbau von Energiespeichern laut dem Unternehmen eine große Chance: mehr Versorgungssicherheit, spürbare Entlastung beim teuren Netzausbau und ein schnellerer Hochlauf erneuerbarer Energien. Gleichzeitig würden neue wirtschaftliche Perspektiven für Investoren, Projektentwickler und Technologieanbieter entstehen, die bereits jetzt in den Markt drängen. Huawei bietet internationale Erfahrung in diesem Bereich sowie ein bewährtes Technologieportfolio und positioniert sich damit als verlässlicher Partner für Unternehmen, die den wachsenden Speicherbedarf zuverlässig und wirtschaftlich decken wollen. (red.)