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Von Elektrolyse bis Chiplets.

NEW BUSINESS - NR. 6, JUNI 2026
V. l. n. r.: Peter Schröckelsberger, Personalleiter Bosch Österreich; Wilhelm Pruckner, Vorstandsmitglied Robert Bosch AG; Agnes Mazzei, Leiterin Unternehmenskommunikation Bosch Österreich; Helmut Weinwurm, Bosch-Österreich-Chef; Felizian Aberham, Abteilungsleiter Engineering Bosch Wien © Bosch/APA Fotoservice/Krisztian Juhasz

Bosch Österreich erwirtschaftete im Jahr 2025 einen stolzen Umsatz von 1,12 Milliarden Euro und investiert 200 Millionen Euro in entscheidende Zukunftsthemen.

Bosch in Österreich hat im Geschäftsjahr 2025 seine Widerstandsfähigkeit in einem anspruchsvollen Marktumfeld unter Beweis gestellt. Die Geschäftsentwicklung wurde jedoch von einem branchenweiten Nachfragerückgang in einem Bereich gebremst. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen erwirtschaftete einen Umsatz von 1,12 Milliarden Euro, was einem Rückgang von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

„Trotz einer marktbedingten Abschwächung in einem Mobility-Geschäftsbereich zeigt sich unsere operative Leistungsfähigkeit weiterhin stabil“, erklärte Helmut Weinwurm, Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch AG und Repräsentant der Bosch-Gruppe in Österreich. „Insgesamt ist das Geschäft von Bosch im Land robust und profitabel, getragen von Wachstum in anderen Bereichen. Dies schafft die Grundlage für weitere Investitionen in Zukunftsthemen wie softwaredefinierte Mobilität.“ Die Zahl der Beschäftigten bei Bosch in Österreich lag im Berichtsjahr bei rund 3.300.

Innovationskraft in Technologien von morgen stärken
Rund 200 Millionen Euro, entsprechend 18 Prozent des Landesumsatzes, flossen 2025 in Forschung und Entwicklung. Zusätzlich wurden 19 Millionen Euro in Standorte und Zukunftstechnologien in Österreich investiert, etwa in die Methanol-Infrastruktur am Fertigungsstandort Hallein und in den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur am Linzer Engineering-Center. „Österreich spielt innerhalb der Bosch-Gruppe weiterhin eine bedeutende Rolle als Entwicklungskompetenzzentrum“, betonte Weinwurm. „Dabei prägen wir auch Zukunftstechnologien in den zentralen Bereichen wie Wasserstoff und softwaredefinierte Mobilität.“

So treibt Bosch in Österreich vielfältige Anwendungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Wasserstoff voran. Das Spektrum reicht dabei von Elektrolyse-Stacks, die eine Schlüsselrolle bei der Erzeugung dieses Energieträgers spielen, über Industriekessel, die für Wasserstoff ausgelegt sind, bis hin zu Verdichterantrieben für Tankstellen und Einspritzsystemen einer neuen Generation für Großmotoren, die alternative Kraftstoffe wie Methanol nutzen.

Darüber hinaus setzt das Unternehmen in Österreich innovative Engineering-Projekte im Bereich der Mobilitätstechnik um. Hierzu gehören beispielsweise Soft- und Hardwareentwicklung für alle Antriebsarten und vernetzte Mobilitätslösungen in modernen Fahrzeugen. Ein strategisches Beispiel ist das Chiplet-Projekt zur Beschleunigung der softwaredefinierten Mobilität: Sogenannte Chiplets verteilen Rechenaufgaben auf mehrere kleinere, spezialisierte Chips. Diese modulare Struktur steigert Rechenleistung und Flexibilität erheblich.

Sektoral unterschiedliche ­Umsatzentwicklung 2025
Der Unternehmensbereich Mobility zeigte 2025 in Österreich eine heterogene Entwicklung. Während sich das herausfordernde Marktumfeld in einem Geschäftsfeld dämpfend auswirkte, zeigten andere Bereiche eine positive Dynamik. Insbesondere die Nachfrage nach modernen Antriebstechnologien, intelligenter Fahrzeugsoftware und im Aftermarket-Geschäft legte zu. Auch Einspritzsysteme für Großmotoren aus dem Halleiner Bosch-Werk fanden sehr starken Absatz, was auf den wachsenden Bedarf an Stromaggregaten für Datenzentren zurückzuführen ist.

Der Unternehmensbereich Industrial Technology kehrte 2025 in Österreich auf einen Wachstumskurs zurück und erzielte ein solides Plus. Wesentliche Treiber waren hier die Bereiche Antriebs- und Energie­technik. Der Unternehmensbereich Consumer Goods verzeichnete ein deutliches Umsatzplus. Ausschlaggebend dafür war vor allem die hohe Nachfrage im Geschäftsbereich Power Tools, insbesondere bei Angeboten für professionelle Anwender.

Auch die BSH Hausgeräte GmbH behauptete sich erfolgreich in einem herausfordernden Marktumfeld und trug maßgeblich zum positiven Ergebnis bei. Ein deutliches Wachstum erzielte auch der Unternehmensbereich Energy and Building Technology. Der Bereich Home Comfort behauptete sich mit seinen Marken Bosch und Buderus erfolgreich, trotz des Auslaufens der Wärmepumpen-Förderung und einer verhaltenen Baukonjunktur. Das Geschäft mit Industriekesseln aus dem Werk in Bischofshofen erreichte einen neuen Umsatzrekord.

Bosch erwartet volatiles Geschäftsjahr 2026
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Bosch in Österreich mit einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld. Geopolitische Spannungen und unsichere Energiepreise dämpfen die konjunkturelle Entwicklung. „Wir begegnen diesen Herausforderungen mit dem, was uns auszeichnet: unserer ausgeprägten Innovationskraft, einer breiten Aufstellung und dem großen Engagement unserer Mitarbeitenden“, unterstrich Weinwurm. Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheiten gibt das Unternehmen keine detaillierte Umsatzprognose ab, strebt jedoch an, seine Marktposition weiter zu festigen. (BO)