Beim Spatenstich: Das Postmanagement mit Vertretern der Politik © APA - Austria Presse Agentur

Die Österreichische Post AG will ihr Paketzentrum in Wals-Siezenheim am Stadtrand von Salzburg bis Ende 2027 zu einem der modernsten und innovativsten Logistikzentren in Europa ausbauen. Investiert werden 55 Millionen Euro, nach Fertigstellung soll sich die Sortierkapazität auf bis zu 24.000 Pakete pro Stunde verdreifachen. Die ersten Bauarbeiten haben bereits begonnen, am Donnerstag erfolgte der symbolische Spatenstich. Der Umbau erfolgt im laufenden Betrieb.

Lange hat die Post AG einen passenden Standort für ein neues Logistikzentrum in Salzburg gesucht. Vor eineinhalb Jahren entschied sich das Unternehmen dann dazu, den vor 25 Jahren eröffneten Standort in Wals-Siezenheim zu erweitern und zu modernisieren. Die Sortiermaschine für Pakete und Briefe hat ihre Lebenszeit schon überschritten, das Gebäude selbst ist zu klein für die steigende Anzahl an Paketen geworden.

"Das Geschäft mit E-Commerce und Paketen entwickelt sich gewaltig nach vorne. Im Vorjahr haben wir mit 333 Millionen Paketen einen neuen Rekord in Österreich aufgestellt", betonte am Donnerstag Peter Umundum, stellvertretender Post-Chef und Vorstand für Paket & Logistik. "80 Prozent der Mengen, die wir in Österreich abwickeln, stammen aus dem Ausland. Darum ist auch der Standort in Salzburg so wichtig - weil er gute Anbindungen in die anderen Bundesländer oder etwa nach Deutschland hat."

Gebäude wächst in die Tiefe - Neue Sortieranlage

Das Logistikzentrum in Wals-Siezenheim erhält neu ein Untergeschoß mit Tageslichteinfall und ein neues Erdgeschoss. Der Nachhaltigkeit soll mit einer PV-Anlage für eine höhere Eigenstromversorgung, einer thermischen Sanierung der Gebäudehülle, einem Gründach und einer Fassadenbegrünung entsprochen werden. Im Zentrum selbst sollen in Zukunft eine vollautomatische Entleerung der angelieferten Container, neue Fördertechnik und unterschiedliche Sortieranlagen für Kleinpakete, normale Pakete und Sperrgut für einen raschen Paketumsatz sorgen.

"Erstmals in Europa kommt auch ein sogenannter Matrixsorter zum Einsatz", betonte Umundum. Während klassische Sortieranlagen mit umlaufenden Förderwagen arbeiten, die Sendungen aufnehmen und wieder abladen, basiere der Matrixsorter auf einem feinmaschigen Netz aus Förderlinien mit mehreren Sortierpunkten. "Das spart nicht nur Platz, sondern erhöht auch die Ausfallsicherheit. Wir rechnen mit einem Paketumsatz von 300.000 Stück pro Tag - mit Potenzial nach oben."

Post-Chef: "Mit starker Logistik im Wachstumsfeld E-Commerce mitmischen"

Auch Post-Generaldirektor Walter Oblin sprach am Donnerstag von einem wichtigen Meilenstein. "Die europäische Postindustrie ist im Umbruch. Die britische Post wurde kürzlich an einen tschechischen Milliardär verkauft, die dänische Post hat die Briefzustellung eingestellt. Viele Postgesellschaften kämpfen ums Überleben."

Die Post AG halte sich in diesem schwierigen Umfeld stabil und sei in den vergangenen Jahren gewachsen. "Wir haben eine klare Strategie. Wir wollen in Österreich eine starke Post sein, aber auch in anderen Bereichen eine Grundversorgung bieten, etwa bei Finanzdienstleistungen und Telekommunikation. Und wir wollen mit einer starken Logistik international im Wachstumsfeld E-Commerce mitmischen." So habe die Post AG vor einem Jahr ein Logistikzentrum in Istanbul eröffnet, heuer folge eines in Budapest.

Wirtschaftsminister: Miteigentümerschaft der Republik wichtig

"Der Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs sind eine funktionierende Logistik und Infrastruktur", betonte der beim Spatenstich anwesende Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). "Ich halte es für wichtig, dass ein Unternehmen wie die Post im Teileigentum der Republik Österreich ist." Denn die Frage der Logistikketten sei in einer immer mehr vernetzten und globalisierten Welt eine Schlüsselfrage für den Wirtschaftsstandort.

Post-Personalvertreter rechneten am Donnerstag gegenüber der APA übrigens nicht mit Auswirkungen auf den Personalstand von derzeit rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort. Sie gingen eher davon aus, dass sich die Arbeitsbedingungen nach der Fertigstellung verbessern werden.