Das Briefgeschäft der Post geht weiter zurück © APA - Austria Presse Agentur
Die Österreichische Post hat im ersten Quartal 2026 in einem schwierigen Marktumfeld deutlich weniger Gewinn gemacht. Das Periodenergebnis brach von 39,6 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf 15,3 Mio. Euro massiv ein. Der Umsatz erhöhte sich indessen geringfügig um 0,9 Prozent auf 770,7 Mio. Euro - gestützt vom Paketgeschäft, das vor allem vom Versandhandel angetrieben wird. Weitere Rückgänge gab es dagegen bei Brief- und Werbemengen.
"Die Briefvolumina sind stark rückläufig. Der Staat spart, Unternehmen sparen. Im E-Commerce-Geschäft gibt es Unsicherheiten durch Paketabgaben aller Art. Dennoch sind wir ein stabiler Fels in einer herausfordernden Brandung", fasste Post-Chef Walter Oblin am Freitag bei der Quartalspressekonferenz zusammen. Neue Produkte und Services werden für die teilstaatliche Post immer wichtiger. Seit April mischt der Konzern mit "Yellow" im Mobilfunkgeschäft mit. Neu unter dem Dach der Post befindet sich auch das bulgarische E-Commerce-Unternehmen euShipments.com. Eine Bank gehört seit einigen Jahren zum Portfolio der Post.
"Yellow" soll den Break-even in drei Jahren schaffen, früher als die Bank99, die die Gewinnschwelle erst im fünften Jahr erreicht hat. In ein paar Jahren soll das Mobilfunkgeschäft 300.000 Kunden haben. Oblin sieht die Post nicht mehr nur als Postunternehmen, sondern als "Ansprechpartner für Dienstleistungen des täglichen Alltags", wie er sagte. Europaweit gebe es interessante Beispiele, etwa in Italien. Die italienische Post verkauft inzwischen auch Strom- und Gasverträge. "Das ist eine interessante Geschichte", sagte Oblin.
Weniger Briefe, mehr Pakete
In ihrem Stammgeschäft läuft es für die Post seit Jahren zweigeteilt. In der Sparte Brief, Filiale & Services sanken die Umsätze im ersten Quartal um 7,6 Prozent auf 289,9 Mio. Euro. Ausschlaggebend war der strukturelle Rückgang des Briefvolumens. Da Werbekunden sparen müssen, war zudem das Werbegeschäft rückläufig. Deutlich besser lief das Paketgeschäft. In der Sparte E-Commerce & Logistics legten die Umsätze um 6,9 Prozent auf 447,4 Mio. Euro zu. Mengenmäßig gab es in Österreich ein Plus von 10 Prozent bei Paketen.
Während sich das Geschäft in Südost- und Osteuropa gut entwickelte, gab es in der Region Türkei - diese umfasst die Länder Türkei, Aserbaidschan, Georgien und Usbekistan - Mengenrückgänge aufgrund von restriktiven Importregeln für Pakete aus Asien.
Dieser Mengenentfall sowie der Wettbewerb in Südost- und Osteuropa und die Transformation im Telekommunikationsbereich drückten das Ergebnis deutlich nach unten. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) sank von 101,6 Mio Euro im Vorjahr auf 93,8 Mio Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) ging von 48,4 Mio Euro auf 36,8 Mio Euro zurück. Unterm Strich blieben nur noch 15,3 Mio. Euro übrig, nach 39,6 Mio. Euro in der Vorjahresperiode.
Leichter Umsatzanstieg fürs Gesamtjahr erwartet
Für das laufende Jahr werden aufgrund der zunehmenden Digitalisierung weitere Volumenrückgänge im Briefgeschäft erwartet. Ein starker E-Commerce-Trend dürfte jedoch anhaltendes Wachstum bei den Paketmengen bringen. Regulatorische Einschränkungen im internationalen Handel sorgen zudem für Unsicherheiten, ebenso wie die Geopolitik. "Wir nehmen zur Kenntnis, dass es einen politischen Willen gibt, China-Pakete zu treffen. Wir sehen aber mit Sorge, dass erst recht große Plattformen gestärkt werden, weil es für kleine nicht mehr machbar ist", sagte Oblin. Noch heuer sind drei verschiedene Abgaben auf Pakete geplant.
Dennoch geht die Post von einem leichten Umsatzanstieg für das Gesamtjahr 2026 aus. Weiters rechnet das Unternehmen aber mit erhöhten Kosten aufgrund der Inflation. Beim Ergebnis will die Post den Rückgang vom ersten Quartal nach und nach einholen und am Ende ein stabiles Gesamtergebnis erzielen.