SpaceX geht bald an die Börse © APA - Austria Presse Agentur
Der geplante Rekord-Börsengang des Raumfahrtkonzerns SpaceX stößt bei Investoren auf großes Interesse. Die Nachfrage nach den Aktien belaufe sich auf etwa 150 Milliarden Dollar (ca. 128,87 Mrd. Euro), sagten zwei Insider am Freitag. Damit sei die Emission von 75 Milliarden Dollar bereits zweifach überzeichnet. Zwar gelte eine solche Quote bei stark beachteten Börsengängen oft als bescheiden, angesichts des beispiellosen Volumens sei die Nachfrage jedoch beeindruckend.
Die Vermarktung stehe zudem erst am Anfang, und viele große institutionelle Anleger reichten ihre Aufträge erfahrungsgemäß erst spät ein. SpaceX reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.
Datenzentren im Weltall
Um Investoren zu überzeugen, verweist das Unternehmen von Tesla-Chef Elon Musk bei seinen Präsentationen auf neue Märkte in Billionenhöhe. Neben dem dominierenden Raketengeschäft und dem Satelliten-Internet Starlink rückt SpaceX dabei Künstliche Intelligenz (KI) in den Fokus. Der Konzern sieht hier einen potenziellen Markt von 23 Billionen Dollar. Da der Ausbau von Rechenzentren in den USA wegen regulatorischer Hürden und Stromengpässen hinter China zurückbleibe, will SpaceX Datenzentren im Weltall aufbauen. Dies soll künftige KI-Kapazitäten sichern. Die Strategie schien bei Investoren aufzugehen: "Viele Leute werden eher erklären müssen, warum sie die Aktie nicht besitzen, als eine Kaufentscheidung zu rechtfertigen", sagte ein Hedgefonds-Manager.
SpaceX bietet 555,6 Millionen neue Aktien zu einem Festpreis von jeweils 135 Dollar an. Mit einem Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar übertrifft der Börsengang das bisherige Rekorddebüt des Ölkonzerns Saudi Aramco aus dem Jahr 2019 um das Dreifache. Auf Basis des Angebotspreises kommt der Raumfahrtkonzern auf eine Marktkapitalisierung von 1,75 Billionen Dollar und würde damit aus dem Stand zu den zehn wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt zählen. Um die Anleger auf das Mega-Debüt einzustimmen, veranstalten US-Großbanken derzeit aufwendige Präsentationen. Den Auftakt bildete am Donnerstag ein Auftritt Musks in der New Yorker Zentrale von JPMorgan. Die Erstnotiz wird für den 12. Juni erwartet.