Der Schwerverkehr über den Brenner nahm im ersten Halbjahr zu © APA - Austria Presse Agentur
Der Schwerverkehr auf der Brennerautobahn (A13) in Tirol hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich zugelegt: Rund 1,26 Mio. Lkw (Kategorie 4) passierten die Hauptmautstelle Schönberg - ein Anstieg um 3,57 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus Zahlen des Autobahnbetreibers Asfinag hervorging. Zudem waren um 97.958 mehr Pkw und Motorräder (Kategorie 1) unterwegs gewesen, insgesamt waren es 5.156.259 Fahrzeuge.
Das Gesamtverkehrsaufkommen im Erhebungszeitraum (1. Jänner bis 30. Juni) stieg um 150.243 Fahrzeuge auf 6.570.975 (erstes Halbjahr 2025: 6.420.732) - dies bedeutete ein Plus von 2,34 Prozent. Im Schwerverkehr konnte lediglich im Mai ein Rückgang verzeichnet werden, nämlich um fünf Prozent. Im Juni legte dieser mit über zehn Prozent am stärksten zu. Dies sei vor allem auf die Feiertage zurückzuführen gewesen, die in diesem Jahr anders lagen als 2025, so die Asfinag.
Anti-Transitmaßnahmen weiterhin gefordert
Die aktuellen Zahlen der Asfinag führten indes auch zu politischen Reaktionen. Tirols Verkehrslandesrat Renè Zumtobel (SPÖ) betonte gegenüber der APA die Relevanz der Anti-Transitmaßnahmen. Diese seien "Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, zur Verbesserung der Luftqualität und zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Maßnahmen von denen auch die Bevölkerung in Südtirol profitiert." Derzeit bekämpft Italien diese Maßnahmen vor dem EuGH. Im Hinblick auf die neue EU-Luftqualitätsrichtlinie werde Tirol das Maßnahmenbündel weiter ausbauen, gab Zumtobel bekannt. Er pochte darauf, dass Italien und Deutschland auf ihren Autobahnabschnitten die Mautpreise im Sinne der viel zitierten Korridormaut deutlich erhöhen, um Kostenfairness zwischen Schiene und Straße herzustellen.
Auch der Koalitionspartner ÖVP blieb vom Transitzuwachs nicht ungerührt: "Die neuen Schwerverkehrs-Zahlen belegen, wie dringend nötig der Brennerbasistunnel ist. Umso wichtiger ist es, dass der Landeshauptmann die österreichische Zulaufstrecke absichern konnte und jetzt auch die Deutsche Bahn die Gelder für den deutschen Bau reserviert", nahm Verkehrssprecher Florian Riedl auf den geplanten, am Montag bekannt gewordenen Finanzpuffer der Deutschen Bahn Bezug.
Opposition sieht Regierung in der Pflicht
Scharfe Kritik an der schwarz-roten Landesregierung kam indes von der FPÖ. "Ein Anstieg um 3,57 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei den Lastkraftwagen zeigt, dass sämtliche Maßnahmen und Ankündigungen im Sand verlaufen sind", stellte Landesparteiobmann und Klubobmann Markus Abwerzger in einem Statement fest. Die nächste Blockade der Brennerautobahn müsse zwangsläufig kommen, ansonsten "verstehen Landeshauptmann Anton Mattle und die gesamte ÖVP den Ernst der Lage nicht".
Die oppositionellen Grünen nahmen ebenfalls Schwarz-Rot ins Visier und warfen der Regierung Untätigkeit vor. "Ich frage mich wie alle Tiroler:innen, wann die Landesregierung endlich aufhört zuzuschauen, wie Tirol überrollt wird", meinte Landessprecher und Klubobmann Gebi Mair. Der "Anti-Transit-Kurs" sei unter Schwarz-Rot teils sogar gelockert worden, verwies Mair auf die Blockabfertigungstage an der Grenze in Kufstein, die immer weniger würden.