Neue Abgabe macht Pakete aus China bald teurer © APA - Austria Presse Agentur
Pakete aus Drittstaaten wie China, den USA oder der Schweiz werden ab 1. Juli teurer. Die EU führt eine 3-Euro-Importsteuer auf kleine Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro ein. Die Abgabe fällt nicht pro Paket an, sondern pro Warenkategorie. "Wer also unterschiedliche Produktarten in einem Paket bestellt, bezahlt den Zoll mehrfach", räumte der Handelsverband am Freitag in einer Aussendung ein.
Für eine Handyhülle, ein Ladekabel und ein Schmuckstück aus China würden insgesamt neun Euro Zoll anfallen, nennt der Handelsverband als Beispiel. Wer zwei unterschiedliche T-Shirts bei beispielsweise Temu bestellt, müsse hingegen nur drei Euro Importsteuer bezahlen. Der chinesische Onlinehändler Temu ist in Österreich bereits die zweitgefragteste Plattform, um online zu bestellen.
Die Abgabe von 3 Euro je Warenkategorie ist eine Übergangsregelung bis zur endgültigen Reform im Jahr 2028. Die Mitgliedsländer der EU hatten sich nämlich darauf verständigt, die 150-Euro-Freigrenze für eine Verzollung von Paketen abzuschaffen. Aufgrund von Vorbereitungen technischer Natur - vorgesehen ist der Aufbau einer digitalen Plattform zur Abwicklung - soll die neue Regelung aber erst 2028 angewendet werden. Ab diesem Zeitpunkt werden alle Waren unter 150 Euro den regulären EU-Zollsätzen für Einzelprodukte unterliegen.
Unabhängig von diesen EU-Bestimmungen ist in Österreich eine Paketsteuer geplant. Die 2-Euro-Paketabgabe soll ab 1. Oktober für große Onlinehändler mit einem Umsatz von mehr als 100 Mio. Euro pro Jahr gelten. Die Kritik war von Anfang an groß.
Erneut Offener Brief wegen heimischer Paketsteuer
Am Freitag hat sich der WKÖ-Onlinehandel erneut mit einem Offenen Brief an Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) gewandt und zum Stopp der Paketsteuer vor Beginn des Budgetausschusses appelliert. Die Branchenvertretung kritisiert unter anderem die Schwächung heimischer KMU und Händler, sieht einen erheblichen bürokratischen Mehraufwand und rechtliche Bedenken sowie eine Belastung der Konsumentinnen und Konsumenten. "Letztlich zahlen auch die Konsumentinnen und Konsumenten die Rechnung", heißt es in dem Offenen Brief.