Ertragskraft der Industrie sinkt © APA - Austria Presse Agentur
Die österreichische Industrie hat Ende des zweiten Quartals den moderaten Wachstumskurs fortgesetzt, auch wenn sich die Stimmung etwas eingetrübt hat, geht aus dem Einkaufsmanagerindex der Bank Austria hervor. Mit 50,9 Zählern lag der Index erneut über der Grenze von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Allerdings gab der Index gegenüber dem Vormonat um 0,8 Punkte nach. Vor allem geopolitische Unsicherheiten dämpften den Optimismus.
Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate sanken auf 50,8 Punkte und damit auf den niedrigsten Wert seit eineinhalb Jahren merkte Uni Credit Bank Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer an. In der Sachgütererzeugung signalisierte der Index im zweiten Quartal mit 51,3 Punkten anhaltendes Wachstum.
Zwar steigerte die Industrie im Juni erneut die Produktion, allerdings in einem geringeren Tempo als im Monat zuvor. Mit dem Aufbau von Lagerbeständen wollten sich die Unternehmen vor Lieferausfällen und Rohstoffengpässen aufgrund des Iran-Krieges rüsten. Der Teilindex sank auf 50,6 Punkte. Mit 48,5 Zählern fiel der Index für Neuaufträge schwächer aus.
Weiterer Personalabbau
Trotz gestiegener Produktion sank erneut die Beschäftigung in der Industrie. Der entsprechende Teilindex fiel auf 45,6 Zähler und signalisierte damit den stärksten Jobabbau seit vier Monaten. In der Sachgütererzeugung stieg die Zahl der Arbeitsuchenden auf mittlerweile knapp 29.000 Personen. Die Ökonomen der Uni Credit Bank Austria rechnen heuer im Jahresdurchschnitt mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,5 Prozent, nach 4,3 Prozent im Vorjahr.
Dafür ließ der Inflationsdruck im Juni etwas nach. Wobei hier vor allem der Rückgang des Rohölpreises um 15 Prozent den Preisanstieg im Einkauf dämpfte. Dessen ungeachtet stiegen die Einkaufspreise auch im Juni deutlich. Ähnlich entwickelten sich auch die Verkaufspreise, auch wenn sie nicht die Kostendynamik der heimischen Industrie widerspiegelten. Die Betriebe konnten also wegen der geringen Nachfrage nicht die Kostensteigerungen an die Kunden weiterreichen. Dadurch dürfte sich die Ertragslage der Betriebe erneut verschlechtert haben - was in 22 der vergangenen 24 Monaten der Fall war, so das Resümee der UniCredit Bank Austria-Ökonomen.