Baustelle für neuen 220-kV-Ring im Linzer Süden. © APA - Austria Presse Agentur

Die neuen Leitungen werden das Gebiet von Kronstorf und Ernsthofen im Osten bis hin zum Süden von Linz versorgen. Das Projekt sei Grundlage für die Sicherung der Wirtschaft und des Wohlstandes in der Region. Bei einem Investitionsvolumen von 800 Mio. Euro bringe es eine Bruttowertschöpfung von 422 Mio. Euro und das Äquivalent von 4.400 Arbeitsplätzen für ein Jahr, hieß es in einer Pressekonferenz am Donnerstag in Linz.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut Economica hat die volkswirtschaftlichen Daten erhoben. Vorstandsmitglied und Geschäftsführer Christian Helmenstein sagte: "Dieses Projekt ist essenziell für das Gelingen der Energiewende und der Digitalisierungstransformation. Ebenso ist die Verfügbarkeit der Konnektivität Voraussetzung für Produktivitätszuwachs." Dabei entstünden nicht nur Kosten, die Wirtschaft profitiere auch direkt von der Investition. Von den 422 Mio. Euro an Wertschöpfung würden 114 auf Oberösterreich entfallen, der Rest gehe an andere Bundesländer. Die Höhe der Fiskaleffekte bezifferte Helmenstein mit 136 Mio. Euro. Er sah dies jedoch kritisch und würde steuerliche Entlastungen für wesentliche Infrastrukturprojekte wie diese begrüßen.

138 Masten, Trassenlänge von 42 Kilometer

Seit 2024 wird an dem Projekt bereits gebaut, die ersten beiden Abschnitte sollen schon heuer fertiggestellt werden. Ziel ist ein 220-kV-Versorgungsring als Ersatz für die bestehende 110-kV-Anspeisung. Die gänzliche Fertigstellung ist bis 2030 geplant, die Leitungskapazitäten sollen von rund 780 MVA auf 3.400 MVA ungefähr vervierfacht werden. Zu den neuen Leitungen, die hauptsächlich auf bestehenden Trassen verwirklicht werden, komme der Um- und Zubau von neun Umspannwerken. Die Trassenlänge betrage rund 42 Kilometer, es würden 138 Masten betroffen sein und rund 61 Kilometer an Leitungen demontiert werden, hieß es. Das Projekt ist als Kooperation von Austria Power Grid (APG) mit den oberösterreichischen Netzbetreibern Netz Oberösterreich und Linz Netz angelegt.

Nötig sei der neue Leitungsring aufgrund der Energiewende und des steigenden Kapazitätsbedarfes. Zum Beispiel plane die voestalpine in Linz 2027 ihren ersten Lichtbogenofen in Betrieb zu nehmen. Auch neue Batteriespeicherprojekte oder das in Kronstorf geplante Google Data Center seien mit der Erhöhung der Leitungskapazitäten möglich, sagte APG-Vorstandssprecher Gerhard Christiner. Dazu komme generell ein prognostiziertes Wachstum der Wirtschaft und der Bevölkerung in der Region. Der oberösterreichische Wirtschafts- und Energielandesrat Markus Achleitner (ÖVP) nannte das Projekt eine "Konjunkturlokomotive", da dürfe man nicht nur die Kosten sehen.