Im Ennshafen soll 2027 ein neues Verteilzentrum eröffent werden © APA - Austria Presse Agentur
Der US-Onlinehändler Amazon baut im Gewerbegebiet Ennshafen in Enns (Bezirk Linz-Land) um rund 70 Mio. Euro ein neues Verteilzentrum für den Großraum Linz und die umliegende Region. Die Inbetriebnahme ist für das Frühjahr 2027 geplant, mehr als 100 Arbeitsplätze sollen entstehen, hieß es vom Unternehmen. Der offizielle Spatenstich für das erste Verteilzentrum in Oberösterreich und das sechste in Österreich erfolgte am Donnerstag.
Verteilzentren seien "Teil der letzten Meile", das bedeutet, dort werden Pakete für die Zustellung vorbereitet und anschließend über lokale Lieferpartner zugestellt, hieß es in den Presseunterlagen zum Spatenstich von Senior Operations Manager bei Amazon Logistik, Jordan Kremnitzer. Bürgermeister Christian Deleja-Hotko (SPÖ) sieht mehrere Vorteile für die Stadtgemeinde. Neben der Entstehung neuer Arbeitsplätze errichte Amazon einen Radweg entlang der Mainstraße sowie eine neue Bushaltestelle für die Stadtgemeinde Enns. Den Bedenken der Bevölkerung bezüglich Zunahme des Verkehrs hielt er entgegen, dass mit einer Vereinbarung festgehalten worden sei, dass der Lieferverkehr nicht durch das Stadtgebiet führen werde.
Gemeinderatsbeschluss zu weiterer möglicher Amazon-Großinvestition
Amazon dürfte in Oberösterreich aber auch noch auf der Suche nach anderen möglichen Standorten sein. Auch wenn Pläne für eine Großinvestition von 500 Mio. Euro in Reichersberg (Bezirk Ried im Innkreis) unweit der Grenze zu Bayern bisher nicht offiziell vom Unternehmen bestätigt wurden, tritt der Gemeinderat von Reichersberg jedenfalls Donnerstagabend zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Dabei soll laut Bürgermeister Bernhard Öttl (ÖVP) der Beschluss gefasst werden, ob die Wirtschaftspark Innviertel Reichersberg GmbH, an der die Gemeinde 35 Prozent der Anteile halte, überhaupt Verhandlungen über eine Betriebsansiedlung mit dem Interessenten, dessen Namen Öttl nicht dezidiert nennt, aufnehme. Am Freitag müsse dann auch der Gemeindeverband Interkommunale Betriebsansiedlung, dem 65 Prozent des Wirtschaftsparks gehören, einen derartigen Beschluss fällen.