Bosch Österreich ist nach schwierigem Jahr besser in 2026 gestartet © APA - Austria Presse Agentur
Der Technologiekonzern und Autozulieferer Bosch hat nicht nur international, sondern auch am Standort Österreich ein weiteres schwieriges Jahr hinter sich. Während der Konzernumsatz weltweit 2025 um 0,7 Prozent geringfügig auf 91 Mrd. Euro stieg, verzeichnete Bosch in Österreich einen Umsatzrückgang von rund 10 Prozent auf 1,12 Mrd. Euro. Bosch-Österreich-Chef Helmut Weinwurm sprach auf einer Pressekonferenz am Donnerstag dennoch von einem "guten Ergebnis".
"Unsere operative Leistungsfähigkeit ist auch 2025 stabil geblieben, insgesamt ist das Geschäft im Land robust und profitabel", sagte Weinwurm. Bosch ist in Österreich mit allen vier Unternehmensbereichen vertreten. Wachstum verzeichneten hierzulande die Bereiche Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Von einer "heterogenen Entwicklung" sprach das Unternehmen hingegen im Bereich Mobility.
Einspritzsysteme aus Werk in Hallein gefragt
Ein Geschäftsfeld im Bereich Mobility hat demnach deutlich unter dem Vorjahr performt, um welches Feld es sich handelt, wollte Bosch nicht konkretisieren. In allen anderen Geschäftsfeldern habe es Zuwächse gegeben, Weinwurm nannte hier im Speziellen die in Hallein gefertigten Einspritzsysteme für Großmotoren, die stark nachgefragt würden.
Der Bereich Industrial Technology sei 2025 wieder auf Wachstumskurs zurückgekehrt, Weinwurm lobte einen hervorragenden Auftragseingang und eine sehr gute Umsatzentwicklung. Positive Beiträge hätten die Bereiche Antriebs- und Energietechnik geliefert. Im Bereich Consumer Goods hätten Powertools und Hausgeräte positiv beigetragen. Schwieriger war das Jahr im Geschäft mit Wärmepumpen im Bereich Energy and Building Technology, alle anderen Bereiche hätten sich unterdessen hervorragend entwickelt. Weinwurm strich hier das Geschäft mit Industriekesseln hervor, die im Werk in Bischofshofen gefertigt werden.
Investitionen unter anderem in Hallein und Linz
Die Investitionen in Forschung und Entwicklung lagen 2025 bei 200 Mio. Euro. Darüber hinaus seien 19 Mio. Euro in die firmeneigene Infrastruktur geflossen, hauptsächlich in den Methanol-Prüfstand in Hallein, der in den kommenden zwei Monaten in Betrieb gehen soll, und in die Wasserstoff-Infrastruktur in Linz. Auch für 2026 sind F&E-Investitionen im Volumen von 200 Mio. Euro geplant, die weiteren Investitionen sollen sich auf rund 13 bis 15 Mio. Euro belaufen.
Im heurigen Jahr will Bosch Österreich beim Umsatz wieder etwas zulegen. Weinwurm sieht das Geschäft allerdings "weiterhin von erheblichen Unsicherheiten geprägt", konkret nannte er den Krieg im Nahen Osten und die daraus resultierenden steigenden Energiepreise. "Wir sind in den ersten drei Monaten 2026 hervorragend gestartet, mit einem deutlichen Umsatzplus in allen vier Unternehmensbereichen", sagte der Bosch-Österreich-Chef. Für das Gesamtjahr peilt er ein Umsatzwachstum im einstelligen Bereich, bis fünf Prozent, an.
Bosch kritisiert unfaire Wettbewerbsbedingungen in Europa
Mit Blick auf den Industriestandort Europa kritisierte Weinwurm fehlende Chancengerechtigkeit. "Massive Subventionen in anderen Regionen, einseitige Zölle, andere Handelsbarrieren, unterschiedliche Energie- und Lohnkosten, die verzerren den Wettbewerb", sagte der Bosch-Österreich-Chef. Es sei "wie ein Fußballspiel bergauf". Betroffen sei vor allem die Automobilbranche. Er forderte daher sogenannte "Local Content Regeln", mit denen lokale Wertschöpfungsanteile, vor allem in der öffentlichen Beschaffung und bei der Förderung von Elektrofahrzeugen, gesetzlich verankert werden sollen. So sollen europäische Unternehmen vor unfairen Wettbewerbsbedingungen geschützt werden.
Die Bosch-Gruppe beschäftigt in Österreich 3.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. An den Standorten in Wien, Linz und Hallein sind internationale Kompetenzzentren für die Entwicklung von Mobilitätslösungen angesiedelt. Produktionsbetriebe gibt es in Hallein, Bischofshofen, Linz und Pasching.