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He Tingbo, Präsidentin der Halbleitersparte von Huawei, präsentierte das Tau-Scaling-Gesetz bei ihrer Keynote in Shanghai. © Huawei

Huawei hat das Tau-Scaling-Gesetz vorgestellt. Der Ansatz könnte in der Halbleiterindustrie die bisherige geometrische Skalierung durch eine Zeit-(Tau-)Skalierung ersetzen.

Ob künstliche Intelligenz, Smartphones, Industrie 4.0, smarte Energienetze oder vernetzte Mobilität: Leistungsfähige Chips sind längst zur Basis einer digitalen Wirtschaft geworden. Auch für Österreichs Wirtschaftsstandort ist die Weiterentwicklung von Halbleitern entscheidend, da sich viele Zukunftsanwendungen nur mit entsprechender Rechenleistung effizient skalieren lassen.

Vor diesem Hintergrund hat Huawei beim IEEE International Symposium on Circuits and Systems (ISCAS) in Shanghai das Tau-Scaling-Gesetz vorgestellt, welches einen neuen Entwicklungspfad für die Halbleiterindustrie skizziert. Im Zentrum steht der Ansatz, die bisherige geometrische Skalierung durch eine Zeit-(Tau-)Skalierung zu ersetzen und damit die Weiterentwicklung von Halbleitern und elektronischen Systemen neu auszurichten. Auf dieser Grundlage sollen innovative Technologien wie LogicFolding dazu beitragen, Signalübertragungsverzögerungen kontinuierlich zu reduzieren und die Transistordichte stetig zu erhöhen. So soll die weitere Evolution von Halbleitern und elektronischen Systemen vorangetrieben werden.

Michael Nowak
© Huawei

Der Ansatz kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Das Moore’sche Gesetz, das die Chipentwicklung jahrzehntelang geprägt hat, stößt nämlich zunehmend an physikalische und wirtschaftliche Grenzen. Zugleich steigt der Bedarf an Rechenleistung besonders durch KI, Automatisierung, Cloud-Anwendungen und datenintensive Geschäftsmodelle. Michael Nowak, Unternehmenssprecher von Huawei Austria betont dabei: "Auch heimische Unternehmen investieren branchenübergreifend in Digitalisierung, smarte Produktion, Cybersicherheit und KI-basierte Anwendungen. Fortschritte in der Chipentwicklung sind damit nicht nur ein globales Technologiethema, sondern ein konkreter Wettbewerbsfaktor für den Standort Österreich."

Mehr Leistung für digitale Anwendungen
Auf Basis dieses Gesetzes hat Huawei zentrale Innovationstechnologien wie LogicFolding entwickelt und einen mehrstufigen Co-Optimierungsmechanismus etabliert. Dieser umfasst Halbleiterbauelemente, Schaltungen, Chips und Systeme. Ziel ist es, die Zeitkonstante Tau systematisch zu verkürzen und dadurch Leistung, Energieeffizienz und Transistordichte auf allen Ebenen zu steigern.

In den vergangenen sechs Jahren hat Huawei auf Grundlage des Tau-Scaling-Gesetzes 381 Chips entwickelt und in Serie produziert, die in verschiedensten Branchen, Sektoren und Märkten zum Einsatz kommen. Die für Herbst 2026 geplanten Kirin-Chips werden erstmals die LogicFolding-Architektur nutzen und damit eine deutliche Leistungssteigerung ermöglichen. Bis 2031 sollen die von Huawei auf Basis des Tau-Scaling-Gesetzes entwickelten High-End-Chips eine Transistordichte erreichen, die 14-Å-Prozessen beziehungsweise 1,4 nm entspricht. 

Effizientere Chips können langfristig neue Möglichkeiten für KI-Anwendungen, smarte Infrastruktur, Rechenzentren, Industrie und vernetzte Endgeräte eröffnen. Damit wird Halbleiterinnovation auch hierzulande zu einem Hebel für Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und digitale Resilienz. 

"Damit all das funktionieren kann, ist besonders internationale Zusammenarbeit gefragt. Kein Unternehmen kann den nächsten Entwicklungsschritt allein gestalten. Es braucht ein Zusammenspiel aus Forschung, Industrie und Technologie. Genau das ist auch das Entscheidende für den Innovationsstandort Österreich", so Michael Nowak. (PR)

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