Mit einem eigenen Café oder Restaurant selbstständig machen - das ist der Traum von Vielen. © pixabay.com (CC0 Creative Commons)

Wer sich im Gastgewerbe selbstständig machen will, muss gut planen: Von der Gastgewerbekonzession, übers Gastro-Konzept bis hin zum Businessplan gibt‘s hier Tipps.

Gastronomie eröffnen – das ABC der Existenzgründung

Ein eigenes Café oder Restaurant eröffnen und sich damit selbstständig machen – das wünschen sich Viele. Um den Traum von der Existenzgründung zu verwirklichen, brauchen Unternehmer allerdings Durchhaltevermögen.

Wer sich im Gastgewerbe selbstständig machen will, muss vorher gut planen: Nicht jeder darf in Österreich eine Gastronomie eröffnen. Zudem braucht es neben der Gastgewerbekonzession auch ein überzeugendes Gastro-Konzept, einen guten Standort und einen verlässlichen Finanz- und Businessplan.

Konzession für Gastgewerbe erwerben – das sind die Voraussetzungen.
Um in Österreich ein Gastgewerbe anmelden zu können, müssen Unternehmer bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Zunächst ist eine Eigenberechtigung erforderlich. Diese hat jeder, der sein 18. Lebensjahr vollendet hat. Zudem muss eine Staatsbürgerschaft Österreichs – oder zumindest eines EU- oder EWR-Landes beziehungsweise eine Gleichstellung – vorliegen.
Darüber hinaus brauchen Gastwirte auch einen Befähigungsnachweis für die Konzession. Sie müssen also eine Ausbildung in dem Bereich absolvieren oder eine Prüfung bei den Meisterprüfungsstellen ablegen, um den Befähigungsnachweis zu bekommen. Des Weiteren ist eine Betriebsanlagengenehmigung erforderlich. Diese muss zwar noch nicht bei der Gewerbeanmeldung vorliegen, aber spätestens zur Eröffnung des Gastronomiebetriebs.

Wer ein Gastgewerbe anmelden möchte, muss zudem eine weiße Weste haben: Ausschlussgründe wie Freiheitsstrafen oder Geldstrafen in bestimmter Höhe, Finanzvergehen oder Verurteilungen nach dem §§28-31 Suchtmittelgesetz sollten nicht bestehen.

Ein passendes Konzept erarbeiten.
Am Anfang der Existenzgründung sollte immer eine Vision stehen – eine Idee, die sich von der Konkurrenz abhebt. Um eine solche Vision zu bekommen, sollten sich angehende Gründer von anderen inspirieren lassen: Welche Ideen funktionieren im Gastronomiegewerbe gut, welche weniger? Warum ist das so? Was könnte ich besser machen? Gibt es etwas, das ich meinen Gästen bieten kann, das sonst kaum jemand hat? Gibt es vielleicht Gastro-Nischen, die in meiner Umgebung noch nicht erschlossen sind? Egal, ob mit dem Service, der Einrichtung oder mit den Kochkünsten – es gibt immer Möglichkeiten, sich positiv von anderen Gastronomiebetrieben abzuheben.

Der richtige Standort ist entscheidend.
Ganz gleich, ob es sich um ein Café, eine Bar oder ein Restaurant handelt – die Lage des Lokals spielt eine große Rolle für den geschäftlichen Erfolg. Mehrere Faktoren sind bei der Standortwahl für einen Gastronomiebetrieb entscheidend:

Konkurrenz: Gibt es ernstzunehmende Mitbewerber in der Nähe des Wunsch-Standortes? Wenn nicht, dann ist das wunderbar. Wenn ja, dann sollten Gastwirte die Standortwahl überdenken oder das Konzept so überarbeiten, dass es sich deutlich von dem der Mitbewerber abhebt.

Zielgruppe: Zielt der Gastronomiebetrieb auf Laufkundschaft ab, ist eine zentrale Lage – idealerweise in einer Fußgängerzone – wünschenswert. Soll eine feste Stammkundschaft aufgebaut werden, ist eine etwas dezentralere Lage auch in Ordnung – allerdings muss der Kundenstamm erst erarbeitet werden.

Infrastruktur: Für die Standortwahl ist auch die Infrastruktur von Bedeutung. Gibt es eine gute Verkehrsanbindung für Auto- und Bahnfahrer? Sind genug Parkplätze vorhanden? Liegt das Lokal vielleicht an einem Knotenpunkt von Radwegen? Auch der Ruf des Gewerbestandorts ist wichtig: Wenn das Viertel beispielsweise für eine hohe Kriminalitätsrate bekannt ist, werden wahrscheinlich weniger Gäste kommen.

Standort-Kosten: Ist die Monatsmiete beziehungsweise der Kaufpreis für das Lokal angemessen? Das finden Unternehmer heraus, indem sie auf Online-Portalen die Preise der inserierten Gastronomie-Immobilien vergleichen oder sich einen Mietspiegel besorgen – falls einer vorhanden ist.

Räumlichkeiten: Die Räumlichkeiten spielen oft eine große Rolle für die Umsetzung des Gastronomiekonzepts. Haben die Gäste genug Platz? Wie groß ist der Barbereich beziehungsweise die Küche? Ist genug Lagerfläche vorhanden? Verfügt das Lokal über eine schöne (Dach-)Terrasse? Wie ist der Zustand der Immobilie? Bei der Besichtigung sollten Gastronomen auf sämtliche Details achten.

Diese Anhaltspunkte geben einen groben Überblick darüber, welche Kriterien bei der Standortwahl wichtig sind. Unternehmer sollten jedoch auch eine tiefgehende Wettbewerbs- und Standortanalyse durchführen, bevor sie ein Lokal eröffnen.

Finanz- und Businessplan erstellen.
Ein Businessplan ist unerlässlich, wenn sich Unternehmer Förderungen sichern wollen. Aber auch ohne diese Absicht ist er wichtig, denn er bietet einen Leitfaden, um ein gutes Image nach innen und nach außen aufzubauen. Er bildet ab, wie die Prozesse, die Organisation, das Konzept und das Marketing strukturiert sein müssen, um perfekt ineinanderzugreifen.

Hand in Hand mit dem Geschäftsplan geht auch die Planung der Finanzierung. Gastronomen sollten sich gut überlegen, welche Investitionen sie tätigen müssen: Wird ein bestehendes Lokal samt Einrichtung übernommen oder muss es neu eingerichtet werden? Stehen zusätzlich Renovierungen an? Wie viel kostet das Personal? Da die Eröffnung eines Cafés, einer Bar oder eines Restaurants teuer ist, müssen viele Unternehmer einen Kredit aufnehmen oder Investoren für das Konzept überzeugen. Hierfür ist wiederum der Businessplan entscheidend.

Zudem müssen Unternehmer realistisch berechnen, welche Preise sie für Speisen und Getränke ansetzen, um den größtmöglichen Gewinn zu erzielen. Um langfristig erfolgreich zu sein, sollten die Preise für die Gäste attraktiv, aber nicht zu niedrig sein. Schließlich sollte der Deckungsbeitrag nicht unterschritten werden. Die Rückzahlung etwaiger Kredite sollten Gastronomen bei der Preisgestaltung ebenfalls im Blick behalten.

Gastgewerbeanmeldung – so geht’s.
Existenzgründer in der Gastronomie sollten Ihr Gewerbe bei der Bezirksverwaltungsbehörde am Standort ihres Lokals anmelden. Hier finden Unternehmer die zuständige Gewerbebehörde. Die Gewerbeanmeldung muss folgendes beinhalten:

• Name
• Geburtsdatum
• Wohnort
• Staatsangehörigkeit
• Persönliche Angaben
• Gewerbestandort
• Bezeichnung des Gewerbes

Darüber hinaus müssen Unternehmer weitere Unterlagen einreichen. Welche das sind, hängt davon ab, ob es sich um ein Einzelunternehmen, eine Gesellschaft oder ein Unternehmen mit gewerberechtlichem Geschäftsführer handelt. Eine Übersicht dazu gibt es hier.

Ist der Gastbetrieb ordnungsgemäß angemeldet, kann das Abenteuer beginnen. Wer seine Existenzgründung im Gastrogewerbe gut geplant hat, wird bestimmt erfolgreich sein. (red./Jens Oberlechner)