Die Arbeitslosigkeit steigt weiter © APA - Austria Presse Agentur
Auch der Oktober hat keine Entspannung am Arbeitsmarkt gebracht. Ende des Monats waren 389.941 Personen arbeitslos oder in Schulung, um 0,5 Prozent bzw. 1.823 mehr als im Vorjahresmonat. Neuerlich erhöht hat sich die Frauen-Arbeitslosigkeit (plus 3,8 Prozent), während sie bei Männern weiter sinkt (minus 2,6 Prozent). Auch zwischen Älteren und Jüngeren gibt es eine Kluft, insgesamt stieg die Arbeitslosigkeit den 43. Monat in Folge.
"Der Trend, der sich schon in den letzten Monaten abzeichnete, scheint sich zu verfestigen: Der leichte Konjunkturaufschwung macht sich in einzelnen Gruppen bemerkbar, aber nicht bei allen", kommentierte AMS-Vorständin Petra Draxl in einer Aussendung. "In Branchen mit höherem Frauenanteil (Handel und Gesundheit) sehen wir Steigerungen und in Branchen mit höherem Männeranteil einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Zusammenfassend kann man sagen: Noch ist der Konjunkturaufschwung nicht stark genug, um die Arbeitslosigkeit in Österreich zu senken", so Draxl.
Steigende Arbeitslosigkeit bei älteren Personen
Neben Frauen stieg die Arbeitslosigkeit im Personenkreis der über 50-Jährigen (plus 4,4 Prozent), während sie sich bei Unter-50-Jährigen (minus 0,8 Prozent) sowie bei Jugendlichen unter 25 Jahren (minus 1,4 Prozent) verringerte. Nach Branchen gab es den stärksten Zuwachs im stark von Frauen geprägten Gesundheitswesen (plus 10,1 Prozent), dahinter folgten der Handel (plus 4 Prozent) sowie die Warenherstellung bzw. Industrie (plus 2,3 Prozent). Demgegenüber gab es eine positive Entwicklung am Bau (minus 1,3 Prozent) und in der Sparte Tourismus und Gastronomie (minus 1,9 Prozent).
Ebenso recht unterschiedlich ist die Entwicklung in den Bundesländern. In Wien und Kärnten gab es Rückgänge (minus 2,8 Prozent bzw. minus 1,1 Prozent), in allen anderen Ländern stieg die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer an. Am höchsten war dabei der Zuwachs in Niederösterreich (plus 5,2 Prozent), gefolgt von der Steiermark (plus 4,5 Prozent), Tirol (plus 2,3 Prozent), dem Burgenland (plus 2,2 Prozent) und Vorarlberg (plus 1,8 Prozent). Geringere Anstiege wurden in Salzburg (plus 1,2 Prozent) und Oberösterreich (plus 1,1 Prozent) verzeichnet.
Weniger Lehrstellen
Bei den sofort verfügbaren offenen Stellen wies das AMS ein Minus von 3,4 Prozent auf rund 73.800 aus, bei nicht sofort verfügbaren gab es ein Plus von 6,4 Prozent auf 20.000. Darüber hinaus sank das Angebot an Lehrstellen: Bei sofort verfügbaren ging die Zahl um 2,8 Prozent auf rund 6.700 zurück, bei nicht sofort verfügbaren Stellen betrug das Minus 8,6 Prozent auf 6.200.