Österreichs US-Exporte erholen sich laut WKÖ © APA - Austria Presse Agentur
Am Dienstag (3. November) wählen die USA einen neuen Kongress. Auch bei einer Änderung der politischen Mehrheitsverhältnisse erwarten sich die WKÖ-Wirtschaftsdelegierten vor Ort, Thomas Moschig und Peter Hasslacher, keine "grundlegende Abkehr" von der protektionistischen US-Handelspolitik. Gleichzeitig betonen sie im Vorfeld der Midterms: "Die USA bleiben trotz der handelspolitischen Turbulenzen ein Schlüsselmarkt für Österreichs Exportwirtschaft."
"Der US-Markt ist dynamisch, attraktiv und wird mittel- und langfristig weiter an Bedeutung gewinnen", erklärte Hasslacher. Die US-Wirtschaft wachse stärker als jene von vergleichbaren europäischen Ländern. Im dritten Quartal sei das Wachstum bei über drei Prozent gelegen. "Die Stimmung ist besser, als man glaubt", so der WKÖ-Wirtschaftsdelegierte in New York.
Österreichs USA-Exporte erholen sich
Auch die Exportwirtschaft dürfte die Folgen der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle und der damit verbundenen Unsicherheiten inzwischen teilweise überwunden haben. Nachdem die österreichischen Warenexporte in die USA im Vorjahr noch um 21,2 Prozent auf 12,8 Mrd. Euro eingebrochen waren, fiel das Minus in den ersten sieben Monaten 2026 mit 2,2 Prozent deutlich geringer aus. Zuletzt verzeichneten die Exporte laut WKÖ sogar wieder spürbare Zuwächse.
Mit keinem anderen Land erzielt Österreich im Warenhandel einen höheren Überschuss als mit den USA, so die WKÖ. Dieser liegt bei rund fünf Mrd. Euro. Eine größere Rückzugswelle heimischer Unternehmen sei bisher ausgeblieben. Rund 4.300 österreichische Betriebe exportieren regelmäßig Waren in die USA, etwa 1.000 sind dort mit eigenen Niederlassungen vertreten. Rund ein Drittel davon betreibt auch Produktionsstandorte.
Keine baldige Entspannung im Zollstreit erwartet
Mit einer baldigen Entspannung des Zollstreits zwischen den USA und der EU rechnet Moschig allerdings nicht. "Die handelspolitische Grundrichtung der USA ist klarer geworden. Zölle und andere handelspolitische Schutzinstrumente werden weiterhin aktiv als wirtschafts- und sicherheitspolitische Instrumente eingesetzt", betonte der WKÖ-Wirtschaftsdelegierte in Washington. Österreichische Unternehmen müssen daher weiterhin mit kurzfristigen Änderungen bei Zollsätzen, Rechtsgrundlagen oder sektorspezifischen Maßnahmen rechnen.
Eine grundlegende Abkehr von der US-Zollpolitik sei deshalb auch nicht bei veränderten Mehrheitsverhältnissen im Kongress zu erwarten. Allerdings könnte damit der Druck auf die US-Regierung erhöht werden, "insbesondere dort, wo Zölle für US-Unternehmen und Verbraucher spürbare Kosten verursachen", so Moschig.