64 Prozent fürchten mehr staatliche Kontrolle durch digitalen Euro © APA - Austria Presse Agentur

Die österreichische Bevölkerung blickt skeptisch auf die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Infrastrukturmaßnahmen. Laut einer Umfrage, die am heutigen Montag beim 23. "Wiener Kongress" präsentiert wird, sind zwei Drittel der Befragten der Ansicht, dass die Bundesregierung zu wenig für den Wirtschaftsstandort und die Arbeitsplätze unternimmt. Auch dem digitalen Euro schlägt Misstrauen entgegen: 64 Prozent fürchten mehr staatliche Kontrolle.

Die Online-Erhebung des Meinungsforschers Peter Hajek (n=506) zeugt von einer trüben Stimmungslage in Bezug auf die Konjunkturpolitik: Lediglich 26 Prozent attestieren der Bundesregierung, genug Maßnahmen zu setzen, um "die Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern". 66 Prozent stimmen dieser Aussage "weniger" oder "gar nicht" zu.

Wunsch nach Nutzung fossiler Reserven

Ein klares Votum gibt es in der Energiefrage, die eng mit der Standortsicherheit verknüpft ist. 59 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass Österreich seine heimischen Öl- und Gasreserven nutzen sollte, auch wenn dies die Energieabhängigkeit insgesamt nur geringfügig reduzieren würde. Kongress-Initiator David Ungar-Klein sieht darin einen Beleg, dass "wirtschaftliche Stabilität und Energieversorgung zentrale Themen sind, die die öffentliche Debatte prägen".

Vorbehalte gegen digitale Währung

Ein Schwerpunktthema des Kongresses, die Einführung des digitalen Euro, stößt in der Bevölkerung auf deutliche Vorbehalte. 64 Prozent äußern Bedenken, dass die digitale Währung zu mehr staatlicher Kontrolle führen oder das Bargeld verdrängen könnte. Dies steht im Kontrast zu den Bestrebungen der europäischen Institutionen, die mit dem digitalen Euro die technologische Autonomie des Zahlungsverkehrs sichern wollen.

Hürden beim Breitbandausbau

Defizite orten die Befragten bei der digitalen Basisinfrastruktur für die Wirtschaft. Zwar wird Hochleistungsinternet (z.B. Glasfaser) als essenziell für Homeoffice und flexibles Arbeiten eingestuft, doch fast die Hälfte (48 Prozent) gibt an, dass am eigenen Standort schlicht kein entsprechender Anschluss verfügbar sei. Als weitere Hürden für die Nutzung werden hohe monatliche Gebühren (45 Prozent) und Anschlusskosten (40 Prozent) genannt. "Fehlende Information" beklagen 24 Prozent der Teilnehmer.

Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) zeigt sich ein gespaltenes Bild: Während rund ein Drittel (34 Prozent) der Technologie positiv gegenübersteht, äußert ein weiteres Drittel negative Einschätzungen. 35 Prozent nehmen eine neutrale Haltung ein.