Tresor der Ingbe-Stiftung in Liechtenstein geöffnet © APA - Austria Presse Agentur
Zwei Schließfächer in Liechtenstein, die der Ingbe-Stiftung gehören, wurden unter notarieller Aufsicht geöffnet. Darin waren 16 Mio. Euro, schreibt die "Kronen Zeitung". Davon entfallen 14 Millionen auf Goldbarren, der Rest auf Dollar und Franken in bar. Die Öffnung des Tresors erfolgte nach gemeinsamem Antrag der Ingbe-Stiftung, die diesen Schritt initiiert habe, und Benko-Insolvenzverwalter Andreas Grabenweger, betont der Anwalt der Ingbe-Stiftung gegenüber der APA.
Es seien "die Schließfächer der Bank selbstverständlich bekannt" und die exakten Bargeld- und Goldbestände und deren Aufbewahrungsort im "Safe" in den offiziellen Jahresabschlüssen der Stiftung aufgeführt gewesen. Im Rahmen der Erstellung des gemeinsamen Antrags zur Tresoröffnung seien die Rechtsvertreter von Grabenweger über das Gold informiert worden, so der Ingbe-Anwalt.
Benkos Familienmitglieder als Begünstigte
Die Ingbe-Stiftung hat zwar ihr Geld von Signa-Gründer und Pleitier René Benko erhalten, Begünstigte sind aber Familienmitglieder Benkos, vor allem seine Mutter Ingeborg Benko, nach der die Stiftung auch benannt ist. Daher ist ungewiss, ob das Geld letztlich der Insolvenzmasse von René Benko zugute kommen wird.
Die Öffnung erfolgte vorerst provisorisch, ein Gericht in Liechtenstein muss erst entscheiden, wem dieses Geld - und schon früher eingefrorenes Vermögen der Ingbe-Stiftung - zusteht. Laut "Krone" wird "in den nächsten Wochen" mit einer Entscheidung gerechnet. Benkos Anwalt argumentiert, das Geld gehöre nicht Benko, da er nicht Begünstigter sei.
Unter Berufung auf "vertrauliche Unterlagen aus dem Inneren des Pleitekonzerns" Signa schreibt die "Krone", zwischen Herbst 2017 und Sommer 2023 seien rund 100 Millionen Euro von den Signa-Aktiengesellschaften Prime und Development in die Ingbe-Stiftung geflossen. Zum Teil seien Dividenden ausgeschüttet, zum Teil Aktien gekauft worden.