PV-Branche fordert verlässliche Rahmenbedingungen seitens der Politik © APA - Austria Presse Agentur
Die heimische Photovoltaik-Branche sieht sich durch politische Verzögerungen gebremst und warnt angesichts neuerlicher Verwerfungen auf den Energiemärkten vor einem Ausbremsen der Energiewende. Man hänge derzeit in einer "politischen Warteschleife", sagte Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Es brauche rasch klare gesetzliche Rahmenbedingungen sowie mehr Unterstützung und Anreize für Stromspeicher.
Aus Sicht der PV Austria braucht es die schnelle Umsetzung zentraler Begleitverordnungen der E-Control, um die Möglichkeiten des im Dezember beschlossenen Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) auch nutzen zu können. Das ElWG sei ein "wichtiger Startschuss" gewesen, aber "es darf nicht der Schlusspunkt sein", so Immitzer. Die Interessenvertretung bekräftigte ihre Forderung nach dem umgehenden Beschluss des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG), um bürokratische Hürden bei PV-Anlagen und Batteriespeichern abzubauen und die Genehmigungsvorschriften in ganz Österreich zu vereinheitlichen. Außerdem sprachen sich die Branchenvertreter für eine "Speicheroffensive" aus mit klarem Ausbaupfad und gezielten Anreizen, um Photovoltaik und Stromspeicherung miteinander zu verzahnen.
Photovoltaik-Zubau zuletzt zurückgegangen
Nach den Rekordausbaujahren sei der Photovoltaik-Zubau zuletzt zurückgegangen. 2025 wurden österreichweit 62.300 neue PV-Anlagen in Betrieb genommen, die zusätzliche Leistung lag bei etwa 1,6 Gigawatt - ein Minus von gut 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter anderem kurzfristige Änderungen im Fördermodus und lange Förderpausen hätten Investitionen gehemmt. Ohne verlässliche Regeln fehle es schlicht an Planungssicherheit für Betriebe und Investoren, so die Interessenvertretung.
Langfristig sieht die Branche großes Ausbaupotenzial. Derzeit würden jährlich rund 9,8 Terawattstunden (TWh) Strom von PV-Anlagen erzeugt, was 15 Prozent des österreichischen Stromverbrauchs entspreche. Bis 2030 soll sich die Energieerzeugung aus Sonnenstrom gemäß nationaler Ausbauziele mehr als verdoppeln. "Wir können schnell bauen, wir können viel bauen", sagte Christoph Mair, Vorstandsmitglied von PV Austria - vorausgesetzt, die notwendigen Rahmenbedingungen würden geschaffen.
PV- und Speicherausbau um Abhängigkeiten zu reduzieren
Zentral sei künftig die Kombination von Photovoltaik mit Stromspeichern, betonte Immitzer. PV- und Speicherausbau seien zudem "unverzichtbar" für eine Reduktion ausländischer Abhängigkeiten. "Wir haben uns in der Vergangenheit angewöhnt, unsere Energieversorgung an andere Länder auszulagern", sagte Christoph Dolna-Gruber von der Österreichischen Energieagentur. "Wir haben damit auch die Kontrolle abgegeben, das bekommen wir aktuell wieder zu spüren." Dolna-Gruber sieht das Vorantreiben der Elektrifizierung und die Verschränkung von Stromproduktion mit Stromspeicherung, Wärme und Mobilität als Schlüssel, um rasch unabhängiger zu werden.