Vor allem E-Autos wurden 2025 erstmals in den Verkehr gebracht © APA - Austria Presse Agentur
Der heimische Automarkt hat 2025 einen deutlichen Aufschwung erlebt. 284.978 Pkw wurden neu zugelassen, ein Plus von 12,3 Prozent im Jahresvergleich. Damit wurde der höchste Wert seit 2019 erreicht, wo noch 329.363 Autos neu auf den Markt kamen. Bei den Motoren waren Benzinhybrid- und Elektroantriebe die Sieger, bei den Marken räumte wieder einmal VW ab. Wobei: Liebling der Privatkäufer war Dacia. Am Gesamt-Kfz-Markt gab es einen Zuwachs von 3,4 Prozent auf 381.850 Fahrzeuge.
Weniger gut lief es für den Lkw-Sektor. Die leichten Lkw, vorwiegend im Zustellverkehr unterwegs, konnten zwar um 1,1 Prozent zulegen, bei den schwereren Lkw lag das Minus hingegen bei gut 20 Prozent, bei den Sattelzugmaschinen machte sich die flaue Wirtschaftslage mit einem Minus von 4,4 Prozent bemerkbar. Nach dem Boom bei Wohnmobilen in den Corona-Jahren fiel 2025 das Zulassungs-Minus mit 23,6 Prozent sehr deutlich aus. Steil abwärts ging es auch mit den Zulassungszahlen bei Zweirädern, von denen 41.271 neu zugelassen wurden, nach 58.006 im Jahr 2024.
Octavia vor Golf und X1
Zurück zum Pkw-Markt: Jedes zweite neu zugelassene Auto war 2025 ein SUV, wobei in dieser Klasse die Kompaktfahrzeuge (vergleichbar der "Golf-Klasse") dominierten. Der meistverkaufte Fahrzeugtyp war der Skoda Octavia, vor dem VW-Golf und dem BMW X1. Allerdings wird ein Großteil der Neuwagen an Firmen verkauft - bei den Privatkäufern führte ganz klar Dacia mit dem Sandero vor dem Duster.
Deutlich zugelegt haben die Kurzzulassungen, die vom Autohandel zur Behübschung der Verkaufsstatistik eingesetzt werden. Bei den Zulassungen bis 60 Tage gab es einen Zuwachs von 5,6 Prozent, insbesondere im Jänner 2025 haben die Händler massiv zu dieser Rabattaktion gegriffen.
Jedes 5. Auto ein E-Fahrzeug
Am gefragtesten war 2025 der Benzin-Hybrid-Antrieb, die stärksten Zuwächse gab es bei den reinen E-Autos. Insgesamt hatten 60,5 Prozent aller neu zugelassenen Pkw im Vorjahr einen Alternativ-Antrieb. Gut jedes fünfte Neuauto war ein batterieelektrisches Fahrzeug. War bis vor kurzem der typische E-Auto-Käufer noch eine Firma, so haben die Privaten 2025 deutlich aufgeholt: 26,3 Prozent der Neuzulassungen entfielen hier auf Privatpersonen.
Zum Vergleich: Von allen Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2025 entfielen 63,4 Prozent auf juristische Personen, Firmen und Gebietskörperschaften und 36,6 Prozent auf private Fahrzeughalter.
Der einstige E-Auto-Primus Tesla musste im Vorjahr deutlich Federn lassen, trotz alledem war das meistverkaufte E-Automodell der Tesla Y. Bei den Marken löste allerdings BMW den US-Anbieter am E-Auto-Podest ab. Europaweit betrachtet liegt Österreich mit einem E-Autoanteil von 21,3 Prozent knapp über dem EU-Schnitt.
Leichtes Plus bei Gebrauchtautos
Am Gebrauchtautomarkt gab es bei den Pkw ein Plus von 0,6 Prozent auf 825.477 Autos im Vergleich zu 2024. Insgesamt legte der Gebraucht-Kfz-Markt um 1,1 Prozent auf 1,04 Millionen Fahrzeuge zu, ein Treiber waren auch hier E-Autos und Hybrid-Fahrzeuge. Die Onlineplattform AutoScout24 berichtete, dass ihr Anteil an gebrauchten E-Autos inzwischen bei 7,7 Prozent aller Inserate auf der Plattform liege, 2020 habe der Anteil 1,2 Prozent betragen. Auffallend ist bei Gebraucht-Kfz das starke Plus bei Traktoren von 9,6 Prozent.
Insgesamt sind auf Österreichs Straßen 5,29 Millionen Autos unterwegs, womit der Bestand um ein Prozent zugelegt hat. Zusammen tummeln sich 7,51 Millionen Kfz auf unseren Straßen, ein Zuwachs von 1,2 Prozent, geht aus Zahlen der Statistik Austria hervor.
Autoimporteure zuversichtlich
Günther Kerle, Sprecher der Automobilimporteure, blickte am Mittwoch bei der Präsentation der Jahreszulassungen auf ein "erfolgreiches" Jahr zurück. "Wir nähern uns den Vor-Corona-Zahlen an", meinte er. Für 2026 gab er sich "zuversichtlich", an die Politik appellierte er, Bürokratie abzubauen und Änderungen bei der Normverbrauchsabgabe (NoVA) vorzunehmen. Letzteres fordert auch der Autohandel, wünscht sich seinerseits aber auch weniger Auflagen und Berichtspflichten gegenüber den Autoimporteuren.
Die große Offensive durch chinesische Hersteller sieht Kerle am heimischen Markt noch nicht. Der Hersteller BYD betonte heute allerdings, dass "Build Your Dreams" das stärkste Wachstum aller "etablierten" Hersteller hingelegt habe. Man habe bei den Neuzulassungen um 75 Prozent zugelegt, so der chinesische Autobauer.
Unter den großen Marken spielt BYD aber noch keine Rolle. Die Top-Marken sind hier VW mit einem Marktanteil von 14,2 Prozent, gefolgt von Skoda (10,6 Prozent) und BMW (6,7 Prozent). Auf den weiteren Plätzen liegen Audi, Dacia und Mercedes. Auf Platz 15 kommt BYD mit einem Marktanteil von 2,4 Prozent.
Und wie sah es für die Umwelt aus? Die vorläufigen durchschnittlichen CO2-Emissionen aller neu zugelassenen Pkw betrugen 2025 nach dem WLTP-Testverfahren ohne Elektro- und Wasserstoff-Pkw 122 g/km (2024: 129 g/km; 2023: 130 g/km) bzw. inklusive Elektro- und Wasserstoff-Pkw 96 g/km (2024: 106 g/km; 2023: 104 g/km).