Iran blockiert die Straße von Hormuz © APA - Austria Presse Agentur
Die Ölpreise sind am Dienstag den dritten Tag in Folge gestiegen, nachdem der Iran gedroht hat, auf jedes Schiff zu feuern, das versucht, die Straße von Hormuz zu durchfahren. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 2,9 Prozent auf 80,34 Dollar (68,68 Euro) je Barrel (ca. 159 Liter). US-Leichtöl WTI legte um 2,8 Prozent auf 73,25 Dollar (62,62 Euro) zu. Die teilstaatliche OMV sieht die Versorgung in Österreich aber nicht bedroht.
Für den Fall einer "länger andauernden Einschränkung der Schifffahrtsroute" bereitet der börsennotierte Ölkonzern alternative Szenarien vor. "OMV geht davon aus, dass betroffene Mengen über alternative Bezugsquellen ersetzt werden können", heißt es in einem Statement gegenüber der APA.
Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Revolutionsgarden hatte zuvor laut iranischen Medien erklärt, die Meerenge von Hormuz sei geschlossen. Versicherer haben ihre Deckung für Schiffe in der Region gestrichen. Der unter honduranischer Flagge fahrende Tanker "Athe Nova" brenne nach einem Drohnenangriff, meldeten iranische Nachrichtenagenturen.
Weiterer Preisanstieg erwartet
Analysten rechnen in den kommenden Tagen mit weiter steigenden Preisen. Die Investmentbank Bernstein hob ihre Brent-Prognose für 2026 von 65 auf 80 Dollar an und sieht im Extremfall eines längeren Konflikts sogar 120 bis 150 Dollar. Saudi-Arabien musste nach einem Drohnenangriff seine größte Raffinerie schließen. Am Montag hatte Brent zeitweise um bis zu 13 Prozent zugelegt und bei 82,37 Dollar den höchsten Stand seit Jänner erreicht. Die US-Dieselpreise erreichten ein Zweijahreshoch, europäisches Gasöl verteuerte sich um 2,7 Prozent.
An den Börsen profitierten am Montag vor allem Reedereien von der Krise. Die Aktien von Maersk gewannen fast acht Prozent, Hapag-Lloyd 6,4 Prozent. Beide Container-Reedereien haben Schiffsdurchfahrten in der Straße von Hormuz ausgesetzt und leiten ihre Schiffe um Afrika herum. Durch die Meerenge werden täglich etwa 17 Millionen Barrel Öl transportiert, was rund 20 Prozent der weltweiten Produktion entspricht. Laut Schiffsdaten lagen am Sonntag mehr als 200 Schiffe vor der gesperrten Meerenge vor Anker.