Für Diesel zahlten Tank-Kunden rund 1,1 Mrd. Euro mehr © APA - Austria Presse Agentur

Die Energiekosten der österreichischen Haushalte und Betriebe sind in den vergangenen sechs Monaten deutlich gestiegen. Seit Beginn des Iran-Krieges summierten sich die Mehrkosten durch Preissteigerungen bei Erdöl und Gas auf einen Milliardenbetrag, teilte die Österreichische Energieagentur am Freitag in einer Aussendung mit. Der Gaspreis verdoppelte sich in diesem Zeitraum, Rohöl (Brent) notiert um rund ein Drittel höher als vor dem Krieg.

Der höhere Gaspreis schlug in den vergangenen sechs Monaten mit Mehrkosten von 500 Mio. Euro zu Buche, so die Schätzung der Energieagentur. So liegt der europäische Gaspreis (TTF) derzeit bei rund 66 Euro je Megawattstunde - rund doppelt so hoch wie vor Kriegsbeginn.

Teurer Sprit

Für Diesel fielen in diesem Zeitraum Mehrkosten von 1,1 Mrd. Euro an, die Mehrwertsteuer nicht eingerechnet. Insgesamt summierten sich die Ausgaben für den Treibstoff auf 6 Mrd. Euro netto. Schließlich werden in Österreich im Schnitt täglich 18 Mio. Liter Diesel verkauft.

Wobei ein wesentlicher Teil der Mehrkosten auf den Preisanstieg bei Rohöl zurückzuführen ist. Der Schätzung zufolge machte dies rund 680 Mio. Euro aus. Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent erwies sich als sehr volatil. Der Preis pro Barrel stieg bis auf 120 Dollar (103 Euro), derzeit notiert es bei 90 Dollar. Vor Kriegsbeginn lag der Preis bei 67 Dollar. Normalerweise importiert Österreich jährlich Kohle, Öl und Gas im Wert von 9 bis 10 Mrd. Euro.