Übernahmen haben das Geschäft des deutschen Medienriesen angetrieben © APA - Austria Presse Agentur
Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2026 auf 9,3 Milliarden Euro gesteigert. Das Konzernergebnis legte um 45 Prozent auf 292 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen mitteilte. Organisch wuchs Bertelsmann um 5,1 Prozent - nach Unternehmensangaben der höchste Wert der vergangenen 20 Jahre mit Ausnahme des Corona-Jahres 2021.
Zum Wachstum hätten nahezu alle Unternehmensbereiche beigetragen, insbesondere die Buchverlagsgruppe Penguin Random House, das Musikunternehmen BMG, der Dienstleister Arvato sowie die Bildungs- und Beteiligungsgeschäfte.
Prognose für Gesamtjahr angehoben
Angesichts der guten Entwicklung im ersten Halbjahr hat Bertelsmann seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Der Konzern rechnet nun mit einem starken Umsatzwachstum und einem deutlichen Wachstum beim bereinigten operativen Ergebnis.
Dabei spielen auch zwei große Deals eine Rolle. Seit Anfang Juni gehört der Bezahlsender Sky Deutschland zur Bertelsmann-Tochter RTL. Zudem steht der Zusammenschluss des Musikunternehmens BMG mit dem US-Konkurrenten Concord kurz vor dem Abschluss.
Übernahmen treiben Geschäfte
Beide Geschäfte lassen Bertelsmann deutlich wachsen. Würden Sky und das gemeinsame Musikunternehmen BMG/Concord bereits für ein komplettes Jahr in die Bilanz einfließen, käme der Konzern nach Angaben von Konzernchef Thomas Rabe auf einen Umsatz von rund 22 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2025 waren es 19 Milliarden Euro.
An seinem mittelfristigen Ziel von 24 Milliarden Euro Umsatz hält Rabe fest. Die Marke sei "absolut erreichbar", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Rechnerisch sei sie bei einem organischen Wachstum von etwa vier Prozent 2028 erreichbar. Einen festen Zeitpunkt wollte Rabe dafür aber nicht als Ziel ausgeben. "Wenn wir noch weiter akquirieren, was wir vorhaben, kann man diese Zielmarke auch übertreffen." Weitere Zukäufe seien in zahlreichen Bereichen denkbar. Bertelsmann schaue sich "ständig größere und kleinere Investitionsprojekte" an, sagte Rabe. Möglichkeiten sehe er etwa bei der Videoproduktion, im Buchgeschäft, bei BMG, Arvato und im Bildungsbereich.
Streaming verdient erstmals Geld
Auch beim Streaming-Geschäft der RTL Group gibt es Fortschritte. Im ersten Halbjahr schrieb der Bereich erstmals schwarze Zahlen. Für das Gesamtjahr erwartet Bertelsmann hier ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 120 Millionen Euro.
Die Zahl der zahlenden Abonnements der Streaming-Dienste der RTL Group stieg binnen eines Jahres um knapp 21 Prozent auf 8,7 Millionen. Der Streaming-Umsatz legte um gut 27 Prozent auf 299 Millionen Euro zu.
Das bereinigte operative Ergebnis des gesamten Bertelsmann-Konzerns kletterte im ersten Halbjahr um 4,9 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es knapp 1,25 Milliarden Euro.