Förderprogramm unterzeichnet © APA - Austria Presse Agentur
Für Investitionen im Tourismus steht ein frisch gefüllter Geldtopf der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (OeHT) bereit. Das Förderprogramm im Volumen von 100 Mio. Euro wurde am Donnerstag von EIB-Vizepräsident Karl Nehammer und OeHT-Geschäftsführer Matthias Matzer im Beisein von Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner unterzeichnet. Die Mittel werden im Rahmen der gewerblichen Tourismusförderung des Bundes eingesetzt.
"Der Tourismus ist eine Branche, die wirklich permanent investieren muss - im Tourismus altert die Qualität sichtbar", betonte Zehetner. "Wir haben eine Gästeschicht, die eine Top-Ausstattung der Betriebe, Nachhaltigkeit und Servicequalität erwartet - auch ganzjährige Angebote sind nicht mehr wie vor einem Jahrzehnt ein Zusatz."
"Die EIB ist der Finanzierungsarm der Europäischen Union", erklärte EIB-Vizepräsident und ehemalige ÖVP-Bundeskanzler Karl Nehammer. Ziel der Kooperationen zum Teilen von Risiken sei es, den Wirtschaftsmotor EU flottzukriegen. "Da braucht es verlässliche Partner." In den vergangenen drei Jahren habe die Europäische Investitionsbank 700 Mio. Euro bereitgestellt - davon hätten Hunderte Unternehmen in Österreich profitiert. Das sichere Wertschöpfung und Arbeitsplätze.
Kreditvergabe nach bestimmten Förderkriterien
"Es werden nicht nur Kredite gegeben, sondern es wird darauf geachtet, wohin sich die EU entwickeln soll", so Nehammer. Bei der Vergabe wird darauf geachtet, ob die Prioritäten der EU eingehalten werden. So sei etwa Klimaschutz ein wichtiges Anliegen der EU sowie die Unabhängigkeit von Gas und Öl, um dort widerstandsfähiger zu werden.
Vom neuen Finanzierungsprogramm für den Tourismus stammen 50 Mio. Euro von der EIB und 50 Mio. Euro von der OeHT, die seit 1947 die nationale Anlaufstelle für Förderungen und Finanzierungen der Tourismus- und Freizeitwirtschaft ist und mehrheitlich im Eigentum der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) steht. Seit 1996 wickelt die OeHT die gewerbliche Tourismusförderung des Bundes ab. Gefördert wird mit Krediten, Haftungen und Zuschüssen. Der Fokus liegt den Angaben zufolge auf familiengeführten Klein- und Mittelbetrieben sowie auf der grünen Transformation des Tourismus, also Nachhaltigkeit.
"2025 hat die EIB insgesamt 1,7 Mrd. Euro an Finanzierungen in Österreich zur Verfügung gestellt - die 1,7 Milliarden haben über 4 Mrd. Euro an Investitionen ausgelöst", betonte Nehammer. Das Geld werde eingesetzt, um den Wirtschaftsstandort und Arbeitsplätze abzusichern. Ein Gutteil des Geldes sei in erneuerbare Energie geflossen. Auch künstliche Intelligenz (KI) war ein großes Thema.
EIB als große finanzielle Stütze
Die OeHT-Kredite, die an die Tourismusbetriebe rausgehen, wären ohne EIB "unmöglich", betonte Matzer. An nationalen Mitteln seien im abgelaufenen Jahr (lediglich) 21 Mio. Euro zur Verfügung gestanden. "Wir haben damit 540 Mio. Euro an Investitionen ausgelöst." 2025 habe es 337 Förderbewilligungen gegeben - hauptsächlich für Qualitäts- und Angebotsverbesserung, Mitarbeiterhäuser und "das Riesenthema" Betriebsübernahmen.
"Wir haben rund 1 Milliarde an Krediten, die wir offen haben - 17 Prozent davon bei der EIB, mit heute sind es 20 Prozent, oberstes Ziel sind 25 Prozent", so der OeHT-Chef. "Damit wäre die EIB der zweitwichtigste Finanzierungspartner nach der OeKB." 30 Prozent der Mittel, die die Hotel- und Tourismusbank bekomme, müssen laut Matzer in Nachhaltigkeit investiert werden, um die grüne Transformation im Tourismus weiter voranzutreiben. "Das haben wir zu über 85 Prozent erreicht."