Geschäfte dürften Millionengewinne abgeworfen haben © APA - Austria Presse Agentur

Die US-Derivateaufsicht CFTC untersucht Insidern zufolge eine Reihe von Öl-Termingeschäften, die kurz vor wichtigen Kurswechseln in der Iran-Politik von US-Präsident Donald Trump getätigt wurden. Im Zentrum der Ermittlungen stünden Transaktionen auf den Plattformen der CME Group und der Intercontinental Exchange (ICE) vom 23. März und 7. April, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Mittwoch.

CFTC-Chef Michael Selig betonte in einem vorab veröffentlichten Redetext für eine Anhörung im Kongress am Donnerstag, die Behörde werde gegen Fehlverhalten vorgehen. "Ich möchte unmissverständlich klarstellen: Wer auf unseren Märkten betrügt, manipuliert oder Insiderhandel betreibt, den werden wir finden und mit der vollen Härte des Gesetzes bestrafen." Zu konkreten Ermittlungen äußerte er sich in dem Text jedoch nicht.

Die zeitlich gut abgepassten Geschäfte dürften Gewinne in Millionenhöhe abgeworfen haben. So platzierten Investoren in der vergangenen Woche wenige Stunden vor der Bekanntgabe einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran Wetten auf den Ölpreis im Volumen von rund 950 Millionen Dollar. Ähnlich auffällige Transaktionen gab es am 23. März. Die Ermittler haben bei den Börsen unter anderem Daten zur Identifizierung der Akteure angefordert, die hinter den Geschäften stehen. Ein Sprecher der CME erklärte, der Börsenbetreiber überwache seine Märkte streng und arbeite eng mit der CFTC zusammen. Die ICE lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Vorgänge schüren bei Parlamentariern und Rechtsexperten die Sorge, dass Vorabwissen über diplomatische und militärische Entscheidungen auf den volatilen und undurchsichtigen Derivatemärkten ausgenutzt werden könnte. Das Präsidialamt hatte seine Mitarbeiter bereits davor gewarnt, ihre berufliche Stellung für Wetten an den Terminmärkten auszunutzen.

Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren begrüßte die Untersuchung der CFTC als ersten Schritt. Die Aufsichtsbehörden müssten jedoch noch genauer prüfen, ob Regierungsvertreter in Insiderhandel verwickelt seien. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme zu Warrens Äußerungen.