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Wirtschaftskammer will bessere Rahmenbedinungen für Firmengründungen © APA - Austria Presse Agentur

Im abgelaufenen Jahr 2025 hat die Zahl der neu gegründeten Unternehmen deutlich zugelegt. Österreichweit wurden 39.978 neue Firmen gegründet, das waren um 9,4 Prozent mehr als noch im Jahr davor. Die Wirtschaftskammer (WKÖ) spricht von einem Gründerboom, die Dynamik sei bei junge Menschen und Frauen besonders ausgeprägt. Das Durchschnittsalter der Gründerinnen und Gründer lag bei 36,4 Jahren, fast jedes zweite Unternehmen wurde von einer Frau gegründet.

Einer Umfrage des WKÖ-Gründerservice zufolge ist mehr Flexibilität in der Lebensgestaltung das wichtigste Motiv für die Selbstständigkeit. Dahinter folgt der Wunsch, sein eigener Chef zu sein und der Wunsch, sein Einkommen zu steigern. Äußerer Druck habe lediglich bei 1,6 Prozent der Befragten zur Gründung eines Unternehmens geführt. Mit knapp 83 Prozent starteten die meisten Gründerinnen und Gründer 2025 mit einem Einzelunternehmen.

WKÖ fordert bessere Rahmenbedinungen

Die meisten Firmengründungen gab es in den Bereichen Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT, Werbung und Marktkommunikation, Versand-, Internet- und allgemeiner Handel und bei den persönlichen Dienstleistungen. Nach WKÖ-Sparten entfielen 38,2 Prozent der Neugründungen auf Gewerbe und Handwerk, 25,6 Prozent auf den Handel und 21,4 Prozent auf Information und Consulting.

Die Wirtschaftskammer sieht in der positiven Entwicklung "eine große Chance" aber keinen "Selbstläufer". Sie fordert daher bessere Rahmenbedingungen, unter anderem digitale Unternehmensgründung für alle Rechtsformen, und einen Beteiligungsfreibetrag von mindestens 100.000 Euro für alle Investorinnen und Investoren: Wer Eigenkapital oder eigenkapitalähnlich in österreichische Start-ups oder KMU investiert, soll einen Betrag von mindestens 100.000 Euro als steuermindernde Sonderausgabe geltend machen können. Eine weitere Forderung ist die Anhebung der Kleinunternehmergrenze auf 85.000 Euro und die rasche Umsetzung des angekündigten rot-weiß-roten Dachfonds, der institutionelles Kapital in Richtung Start-ups mobilisieren soll.

"Damit dieser Aufschwung nachhaltig wirkt, braucht es jetzt verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen - von einfachen, vollständig digitalen Gründungsprozessen bis hin zu wettbewerbsfähigen steuerlichen Entlastungen für Betriebe", sagte WKÖ-Präsidentin Martha Schulz laut Aussendung.