Mag. Melisa Saldic, Specialist Human Capital Aon © Wilke
Der "Aon Global Risk Management Survey 2025" zeigt eine kuriose Diskrepanz: International verliert der Arbeitskräftemangel an Relevanz, doch in Österreich bleibt er in den Top Ten.
Während der Arbeitskräftemangel global an Bedeutung verliert, bleibt er in Österreich mit Platz 9 im "Aon Global Risk Management Survey 2025" ein kritisches Top-Risiko, das bereits bei einem Drittel der heimischen Unternehmen zu finanziellen Schäden geführt hat. Lediglich 8,3 Prozent der Betriebe verfügen über einen Risikomanagementplan, um dieser Bedrohung zu begegnen.
"Strategisch eingesetzte Vorsorgemodelle amortisieren sich nicht nur finanziell, sondern stärken zugleich Kultur, Loyalität und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens."
Mag. Melisa Saldic, Specialist Human Capital Aon
Die demografische Zeitbombe tickt
"Österreich steht vor einer historischen Pensionswelle", analysiert Mag. Melisa Saldic, Specialist Human Capital bei Aon Österreich. Der demografische Wandel trifft auf steigende Qualifikationsanforderungen und komplexere Wirtschaftsstrukturen. "Gleichzeitig verändern sich Wertehaltungen und Erwartungen – insbesondere durch Generationenwandel, Digitalisierung und den rasanten Einsatz von KI. Die Geschwindigkeit dieser Transformation ist höher als die Anpassungsfähigkeit vieler Organisationsmodelle. Diese Diskrepanz wird zunehmend spürbar", so Saldic, die sich seit zwölf Jahren mit nachhaltigen betrieblichen Vorsorgelösungen und strategischer Unternehmensberatung beschäftigt. Das ist längst kein reines HR-Thema mehr, sondern ein strukturelles Risiko mit direktem Durchschlag auf Produktivität, Cashflow und Wettbewerbsfähigkeit. Besonders KMU stehen unter Druck, da sie geringere strukturelle Reserven haben, um Abgänge abzufedern. Großunternehmen wiederum spüren den Druck vor allem bei Spezialisten- und Führungskräften.
QUICK FACTS
• Ranking: Der Arbeitskräftemangel rutscht global auf Platz 15, in Österreich auf 9.
• Schadensbilanz: 33,3 Prozent der heimischen Unternehmen hatten dadurch reale finanzielle Verluste.
• Die Lücke: Nur 8,3 Prozent der österreichischen Betriebe haben einen Plan zum Management dieses Risikos.
• Demografie: Die bevorstehende Pensionswelle verschärft die Lage in Österreich überdurchschnittlich stark.
Steigende Fluktuation, langwierige Nachbesetzungen und sinkende Motivation – die Erwartungen der Generationen Y, Z und nun auch Alpha haben sich verschoben. "Klassische Entlohnungssysteme stoßen an ihre Grenzen. Flexible Gehaltsmodelle, transparente Entwicklungspfade sowie attraktive Sozial- und Vorsorgeleistungen gewinnen massiv an Bedeutung", erklärt die Expertin. Arbeitgeberattraktivität entsteht laut Saldic nicht durch kurzfristige Benefits, sondern durch klare Strukturen, nachhaltige Führung und eine konsequente Verankerung in der Unternehmenskultur.
Harald Luchs,
Geschäftsführer
Aon Österreich
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Aon verfolgt einen integrierten Ansatz, der Personalthemen mit Risikomanagement und wirtschaftlicher Steuerung verknüpft. "Wir betrachten den Fachkräftemangel nicht isoliert, sondern als strategisches Risiko mit finanziellen und organisatorischen Auswirkungen", so Saldic. Maßgeschneiderte Vorsorgemodelle, von klassischer Zukunftssicherung bis zu spezifischen Gesundheitskonzepten für Schlüsselkräfte, dienen als strategisches Bindungsinstrument. Saldic: "Mitarbeiterbindung ist ökonomisch betrachtet das effizienteste Recruiting. Strategisch eingesetzte Vorsorgemodelle amortisieren sich nicht nur finanziell, sondern stärken zugleich Kultur, Loyalität und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens." Harald Luchs, Geschäftsführer von Aon in Österreich, ergänzt: "Der Fachkräftemangel bringt Organisationen dazu, ihre Prozesse zu hinterfragen, Führung zu professionalisieren und Klarheit zu schaffen. Wer das als Chance begreift, sichert sich die Talente von morgen."
Der Rat der Expertin
Saldic empfiehlt eine ehrliche Bestandsaufnahme: "Analysieren Sie Ihre Attraktivität, die Altersstruktur und identifizieren Sie jene Schlüsselrollen, die Know-how, Ertrag und Liquidität maßgeblich beeinflussen." Darauf aufbauend folgen gezielte Investitionen in Vorsorge- und Bindungsmodelle. "Entscheidend ist jedoch die Einbettung in eine konsistente Führungs- und Kommunikationsstrategie. Klare Führung, Transparenz und eine langfristige Personalstrategie sind die Grundlage nachhaltiger Mitarbeiterbindung", hält Saldic fest. Denn am Ende entscheiden sich Fachkräfte nicht nur für einen Job, sondern für ein Umfeld mit echter Perspektive. (PR)
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