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NEW BUSINESS 7/2015

COVERTHEMA Gesellschaftliches Engagement muss nicht länger im stillen Kämmer- lein ausgelebt werden. Soziales Unternehmertum schafft den Spagat zwischen geschäftlichen Aktivitäten und sozialem Mehrwert. Mit Unternehmergeist die Welt verbessern. 36 NEW BUSINESS | SEPTEMBER 2015 Foto: Osman Zöllner/pixelio.de B eim Social Entrepreneurship ist die eigentliche Geschäftsidee nicht auf Gewinnmaximierung fokussiert, sondern versucht ein soziales bzw. gesellschaftliches Problem zu lösen. Dabei entwickeln die sozialen Unternehmer häufig neue Zugänge, schaffen Angebote für Zielgruppen, die von anderen nicht bedient werden, experimentieren mit neuen Geschäftsmodellen oder entwickeln technologische und organisatorische Innovationen, um ihre Zielgruppe wirkungsvoller zu unterstützen. In den vergangenen Jahren hat der Social-Entrepreneurship- Ansatz auch in Österreich an Bedeutung gewonnen. Zahlreiche Initiativen, Personen und Organisationen beteiligen sich an Innovationspreisen wie Ideen gegen Armut, Social Impact Award oder der Gründerbewegung Impact Hub und experimentieren mit neuen Ansätzen, um gesellschaftliche Herausforderungen wie Armut, Diskriminierung oder Umweltverschmutzung zu adressieren. Auch soziales Engagement braucht fi nanzielle Mittel Obwohl das Geld an sich nicht der Zweck des sozialen Unternehmertums ist, braucht es nanzielle Mittel, um den geschäftlichen Betrieb aufrechtzuerhalten. Georg Schön, Geschäftsführer von Ashoka Österreich, der weltweit größten Organisation sozialer Unternehmer, meint dazu: „In etlichen Ländern der Welt wird bereits die klassische Wirtschaftsförderung für diese Themen aufgemacht bzw. werden spezielle Förderprogramme ins Leben gerufen, die dem Kompetenzaufbau von SozialunternehmerInnen dienen. Ein gutes Beispiel ist der „Investment and Contract Readiness Fund“ in Großbritannien, der SozialunternehmerInnen dabei unterstützt, ihre Organisation so weit zu entwickeln, dass sie größere Investitionen aufnehmen oder öffentliche Ausschreibungen gewinnen können. Ashoka Fellow Scott Gillmore hat gezeigt, dass dieses Prinzip auch bei lokalen Unternehmern in (Post-)Kriegsländern anwendbar ist, um lokale Märkte aufzubauen. Seine „Building Markets“-Initiative hat allein in Ost-Timor, Haiti und Afghanistan lokalen Klein- und Mittelbetrieben geholfen, über 15.000 öffentliche Ausschreibungen zu gewinnen – 1 Milliarde US-Dollar für die lokale Wertschöpfung.“ Social Entrepreneur for the World Bei der 7. Ausgabe von The World Entrepreneurship Forum (WEFO) wurden vier außergewöhnliche Unternehmer für ihren Einfluss auf die Gesellschaft und ihre Fähigkeit, die Welt zu verändern, ausgezeichnet. In der Kategorie „Social Entrepreneur“ machte Rodrigo Baggio aus Brasilien das Rennen. Dieser Computerspezialist und digitale Aktivist gründete das Committee for Democracy in Information Technology (CDI) und wurde vom Time Magazine als eine der führenden Kräfte im Lateinamerika des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Das CDI ist eine NGO mit Sitz in Rio und Niederlassungen in zehn Ländern, die soziale Integration fördert, um benachteiligten Menschen den Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) zu ermöglichen; darüber hinaus leistet sie unternehmerische Entwicklungsarbeit. BO


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