Welthauptstadt der Robotik

NEW BUSINESS Innovations - NR. 09, SEPTEMBER 2026
Die IEEE ICRA 2026 ist ein weiteres Kapitel in einer Erfolgsgeschichte, die Wien als eine der führenden Kongressdestinationen der Welt positioniert. © WienTourismus/Martin Morscher

Im Juni 2026 war Wien Welthauptstadt der Robotik: Der IEEE ICRA – der prestigeträchtigste Kongress seines Fachbereichs – kam erstmals nach ­Österreich ...

... und übertraf mit über 9.000 Teilnehmer:innen alle Erwartungen. 

Von 1. bis 5. Juni 2026 war Wien Welthauptstadt der Robotik. Die IEEE International Conference on Robotics and Automation (ICRA) – die Flagship Conference der IEEE Robotics and Automation Society und eine der bedeutendsten Fachveranstaltungen weltweit – fand erstmals in Österreich statt. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen: Mehr als 9.000 Teilnehmer:innen aus Forschung, Industrie und Nachwuchs besuchten den Kongress im VIECON – Vienna Congress & Convention Center – rund 2.000 mehr als ursprünglich erwartet.

Dass der asiatische Raum dabei besonders stark bei Aussteller-Unternehmen und Teilnehmer:innen vertreten war, überrascht kaum: Robotik ist dort eine der zentralen Zukunftsbranchen – entsprechend groß war das Interesse an Wien als Austragungsort. Auf rund 14.000 m² Ausstellungs- und Competition-Fläche präsentierten 196 Aussteller:innen und 20 Start-ups ihre Innovationen. Mehr als 200 Sessions in unterschiedlichen Formaten, 12 Keynotes und rund 2.000 wissenschaftliche Poster machten den Kongress zu einem umfassenden Wissens- und Netzwerkevent.

Die Motivation, die IEEE ICRA nach Wien zu holen, war nicht nur strategisch, sondern auch persönlich geprägt. Robotik wird in wenigen Jahren Teil des Alltags sein – so selbstverständlich wie das Smartphone oder die elektrische Zahnbürste – und genau deshalb braucht es Orte, an denen diese Entwicklung frühzeitig verständlich und greifbar wird. 

Markus Vincze, der als General Chair die ICRA nach Wien brachte, verfolgte daher bewusst das Ziel, die Technikakzeptanz in der Wiener Bevölkerung zu stärken: durch ein begleitendes Festival, das Robotik aus den Forschungslabors herausholt und erlebbar macht. Denn, so seine Überzeugung, gesellschaftliche Akzeptanz entsteht nur dann, wenn Robotik nicht als abstrakte Zukunftstechnologie wahrgenommen wird, sondern als etwas, das Menschen nachvollziehen, ausprobieren und in ihren Alltag einordnen können – und zwar weit über die Fachcommunity hinaus.

Markus Vincze betont: „Das Potenzial der Robotik ist enorm – in wenigen Jahren wird für viele Menschen ein Roboter, der aufräumt und putzt, so selbstverständlich sein wie heute Autos. Die IEEE International Conference on Robotics and Automation (ICRA) ist die ideale Plattform, um Spitzenforschung mit gesellschaftlichen Fragen zu verbinden und die Entwicklung dieser Technologien aktiv mitzugestalten – so wie wir sie wollen. Mit dem ‚Festival der Roboter‘ haben wir die Konferenz für die Stadt geöffnet und diese Zukunft für ein breites Publikum erlebbar gemacht.“

Roboter begeisterten 15.000 Menschen am ­Wiener Karlsplatz
Bereits zwei Tage vor der Eröffnung verwandelte sich der zen­trale Wiener Karlsplatz mit dem Festival der Roboter in einen Erlebnisraum für Zukunftstechnologien. Bei freiem Eintritt erlebten rund 15.000 Besucher:innen am 30. und 31. Mai 2026 humanoide Roboter, interaktive Mitmachstationen, ein Kinderprogramm zum Selberprogrammieren, Bühnenshows und Einblicke in die neuesten Trends der internationalen Robotikforschung – darunter zukunftsweisende Anwendungen aus Industrie und Arbeitswelt. Wer wollte, konnte selbst einen Roboter programmieren – Vorkenntnisse nicht erforderlich.

Veranstaltet von der TU Wien und der AIM Group Austria, inhaltlich und organisatorisch konzipiert von UIV Urban Innovation Vienna – der Klima- und Innovationsagentur der Stadt Wien –, richtete sich das Festival an Familien, Schulklassen und Neugierige aller Generationen. Es war zugleich Teil des Future Fit Festivals des waff, des größten Bildungsfestivals Europas, das Wien von Mai bis Juni zur Stadt der Zukunftsberufe ­machte.

Weiteres Kapitel der Erfolgsgeschichte
Die IEEE ICRA 2026 ist ein weiteres Kapitel in einer Erfolgsgeschichte, die Wien als eine der führenden Kongressdestinationen der Welt positioniert. Anita Paic, Leiterin B2B Management und Vienna Convention Bureau von WienTourismus, resümiert: „Die IEEE ICRA 2026 zeigt eindrucksvoll, was Legacy in Wien bedeutet: Ein globaler Fachkongress öffnet sich für die Stadt – und 15.000 Menschen erleben am Karlsplatz, wie nah die Zukunft bereits ist. Für uns als Vienna Convention Bureau ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Veranstalter, Wissenschaft und Destination von Anfang an. Genau das ist unser Anspruch: Kongresse zu ermöglichen, die weit über den Veranstaltungssaal hinaus wirken – und echten Mehrwert für die Stadt schaffen.“ (BO)