Automatisierung mit Plan

NEW BUSINESS Innovations - NR. 09, SEPTEMBER 2026
Koch entwickelt standardisierte und individuelle Robotiklösungen für alle Bereiche der Fabrikautomation. © Koch Robotersysteme

Automatisierung muss nicht bei der gesamten Produktion ansetzen. Gerade in bestehenden Anlagen bieten Intralogistik, Versand und gezielte Retrofits Potenzial für mehr Effizienz.

Quer durch alle Branchen kämpfen Unternehmen mit dem Fachkräftemangel, wachsendem Kostendruck und sich stetig ändernden Rahmenbedingungen. Die Automatisierung von Prozessen, zum Beispiel durch Roboter, gilt als einer der Schlüssel für Unternehmen, wirtschaftlicher zu produzieren, flexibler auf neue Anforderungen zu reagieren und sich generell zukunftssicherer aufzustellen.

Die konkreten Vorteile durch einen höheren Automatisierungsgrad sind offensichtlich und ebenso groß ist meist auch der Wille in Unternehmen, diese notwendige Transformation angehen zu wollen. Doch wenn es nicht gerade um Neubauten auf der grünen Wiese geht, tun sich viele Unternehmen, gerade aus dem deutschen Mittelstand, noch schwer mit der Automatisierung.

Warum es mit der Automatisierung oft noch hapert
Die Gründe dafür liegen meist noch vor der eigentlichen Umsetzung, wenn man Thomas Theis, Leiter Vertrieb & Projektierung von Koch Robotersysteme, danach fragt: „Ich möchte meine Produktion automatisieren. Aber wo und wie fange ich an? Wie lassen sich die Kosten und der Nutzen eines solchen Vorhabens verlässlich kalkulieren? Denn meist geht es bei der Automatisierung ja nicht um einen Neubau auf der grünen Wiese. Sondern die Frage ist, wie man die Fertigung auf einem ‚gewachsenen‘ Maschinenpark durch Automatisierung zu einem durchgängigen und effizienten Prozess verbinden kann.“

Denn oft sind zwischen den einzelnen Maschinen und Fertigungsschritten noch manuelle Tätigkeiten notwendig, wie zum Beispiel Rollen von einer Schneidemaschine auf ein Förderband zu legen oder Etiketten anzubringen. Hier lassen sich durch Automatisierung mit relativ geringem Einsatz beträchtliche Effekte erzielen.

Potenzial für Automatisierung steckt oft in der Peripherie der Produktion
Der Schlüssel zum Erfolg ist das zielgerichtete und graduelle Vorgehen. Denn während innerhalb von Produktionslinien bereits oft schon ein sehr hoher Automatisierungsgrad üblich ist, laufen die Prozesse davor und dahinter noch weitgehend manuell. Mit einer gezielten Automatisierung lassen sich hier mit relativ geringem Einsatz große Effekte erzielen. Das ist auch die Erfahrung von Koch Robotersysteme. Das Unternehmen ist seit über 30 Jahren aktiv im Bereich der Roboter-Automatisierung und entwickelt standardisierte und individuelle Robotiklösungen für alle Bereiche der Fabrikautomation.

Entscheidend dafür, dass ein Automatisierungsvorhaben die Erwartungen erfüllt, ist das Wissen um die Fertigungsprozesse auf Kundenseite mit der Expertise und den Trends im Bereich Robotik zu kombinieren. Das eröffnet den Blick auf die konkreten und kalkulierbaren Möglichkeiten innerhalb des Systems. Erfahrungsgemäß finden sich oft in der Intralogistik oder dem Versand noch manuelle Prozesse, bei denen sich eine Automatisierung mit Robotern rechnet.

Aber nicht nur dort: Möglichkeiten finden sich in allen Bereichen der Fertigung. Roboter sind dabei durch ihre Flexibilität spezialisierten Maschinen überlegen: Denn im Gegensatz zu diesen können sie mehrere und wechselnde Arbeiten übernehmen. Zum Beispiel kann ein Roboter nicht nur Produkte palettieren, sondern auch die Schonbögen zwischendurch auflegen oder neue Paletten aus dem Gestell holen. Darüber hinaus lassen sich Roboter mit wenig Aufwand für neue Aufgaben umrüsten.

Schrittweise und zielgerichtet automatisieren
Automatisierung umfasst ein breites Spektrum. Und wie Thomas Theis anmerkt, ist hier mehr nicht zwangsläufig besser: „Um die Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, muss man nicht zwingend funktionierende, eingespielte Produktionsprozesse und -anlagen komplett einreißen und neu aufbauen. Gerade bei bestehenden Anlagen sind Retrofits und Upgrades oft zielführender. Denn damit lässt sich die Produktivität bei geringerem Kapitaleinsatz und deutlich kürzeren Unterbrechungen der Fertigung auf ein sehr gutes Niveau steigern.“ (BS)