Strahlende Zukunft für LED

NEW BUSINESS Guides - UMWELTTECHNIK- & ENERGIE-GUIDE 2015/16
Ikea stellt das gesamte Beleuchtungssortiment auf LED um – für ein nachhaltigeres Leben zu Hause. © obs/IKEA Deutschland GmbH & Co. KG/Inter IKEA System B.V. 2015

Die Leuchtdiode übertrifft alle Erwartungen

Laut einer aktuellen Studie gehen die Herstellerpreise von qualitativ hochwertigen LED-Lampen rapide zurück, bei gleichzeitiger Steigerung der Energieeffizienz. Und zwar schneller, als von der Branche und von Experten erwartet.

Wichtige Konsumartikel- und Beleuchtungshersteller wie Ikea und Erco haben bereits ihre Absicht angekündigt, ab 2016 zu 100 Prozent auf LED umzustellen. Schon vor der Abstimmung, ob eine Richtlinie über die vollständige Umstellung auf LEDs verzögert werden soll, haben CLASP, die dänische Energiebehörde und Energy Piano eine umfassende Analyse dieser überraschenden Entwicklungen im europäischen Beleuchtungsmarkt für die Europäische Kommission und das Konsultationsforum erstellt.
Halogenlampen sind gemäß einer von CLASP, der schwedischen Energiebehörde, dem belgischen Ministerium für Gesundheit, Lebensmittelsicherheit und Umwelt und eceee im Jahr 2014 erstellten Analyse zum beliebtesten Beleuchtungs­produkt europäischer Konsumenten geworden. Mit einem Umsatzwachstum von 477 Prozent in Europa zwischen 2007 und 2013 übertrafen die Umsätze die Erwartungen der Europäischen Kommission bei Weitem. Gleichzeitig mieden die Konsumenten Kompaktleuchtstofflampen (CFLs), und der Umsatz von energieeffizienten CFLs geht seit 2010 zurück. Diese unerwartete Abwendung von CFL zugunsten von Halogen führte zu einer Erhöhung der von der Abschaffung von Glüh­lampen erwarteten Energieeinsparungen.

Mit Warpgeschwindigkeit zur Marktumstellung
Jetzt beraten die Verantwortlichen in Europa über eine Entscheidung, ob man die Endphase eines bestehenden Gesetzes, das die vollständige Umstellung des Marktes von Halogen- auf LED-Lampen ab September 2016 ermöglichen würde, aufrechterhalten, anpassen oder verzögern soll. Gemäß einer neuen Analyse von CLASP, der dänischen Energiebehörde und Energy Piano sind LED-Lampen bereits erheblich preisgünstiger und energieeffizienter geworden, als erwartet.
Heute schon am Markt erhältliche LED-Lampen erreichen Preispunkte, die erst 2020, 2022, 2024 und 2025 erwartet worden waren. Diese erfreuliche Beschleunigung der Kostensituation bei LED-Lampen wichtiger europäischer Hersteller um fünf bis elf Jahre bedeutet, dass Konsumenten nunmehr eine attraktive Amortisationszeit von weniger als einem Jahr haben, wenn Lampen in einer im Haushalt üblichen Steckdose installiert werden und täglich drei Stunden in Betrieb sind.
Hersteller nehmen sich der Bedenken, dass LED-Lampen zu schwer und zu groß sind bzw. eine schlechte Lichtqualität haben, schon seit geraumer Zeit an und tun dies auch weiterhin. Der Marktforschungsbericht von CLASP unterstreicht, dass bereits LED-Lampen verfügbar sind, die bezüglich Form, Größe und Lichtqualität durchaus Glühbirnen und Halogenlampen entsprechen. Der Bericht stellt ebenfalls fest, dass Konsum- und professionelle Beleuchtungsunternehmen bereits umstellen: Ikea gab bekannt, man werde ab 2016 ausschließlich LED-Lampen verkaufen. Erco, ein professioneller Hersteller von Beleuchtungskörpern, erklärt, dass man seit Jänner 2015 nur mehr Beleuchtungskörper ausliefert, die LED als Lichtquelle verwenden.
Christine Egan, CEO von CLASP, meint: „Die LED-Märkte entwickeln sich bei den Preisen und der Produktqualität mit Warpgeschwindigkeit. In Europa sind bereits qualitativ hochwertige LED-Lampen mit Preispunkten erhältlich, die in den Geschäften erst 2025 erwartet wurden und die sämtliche vom Konsumenten erwarteten Funktionen und Merkmale haben. Diese neuen Beweise sollten für Entscheidungsträger von Interesse sein, die sich mit diesen Problemen beschäftigen.“

Unübertroffenes Einsparungspotenzial
Der Bericht schätzt ebenfalls, dass der Vorschlag der Kommission, diese politische Maßnahme um zwei Jahre zu verzögern, in den zehn Jahren von 2016 bis 2026 zu nicht realisierten Energieein­sparungen von 33 Terawattstunden (TWh) führen wird. Diese Einsparungen entsprechen circa 6,6 Milliarden Euro an höheren Stromrechnungen beziehungsweise dem Volumen des derzeitigen jährlichen Stromverbrauchs von Dänemark.
„Beleuchtung ist für einen großen Teil des Stromverbrauchs im Heim verantwortlich (zwölf Prozent des durchschnittlichen Stromverbrauchs eines dänischen Haushalts)“, sagte Henrik Andersen, Head of Division der dänischen Energiebehörde, eines der Kosponsoren der Studie. „Der Bericht stellt fest, dass die Preispunkte qualitativ hochwertiger Marken im Markt von heute bereits das erst 2025 erwartete Niveau erreicht haben. Bei der Hälfte der Produkte liegen die Preise nun auf dem von Experten erst in fünf bis elf Jahren erwarteten Niveau. Diese laufende Reduktion der Preise von LED-Lampen macht die Erschließung der Massenmärkte möglich. Die Stromrechnungen europäischer Konsumenten verringern sich dadurch, und sie können gleichzeitig schönes, qualitativ hochwertiges Licht aus LED-Lampen genießen.“
Des Weiteren wird in der Studie ein Szenario angedacht, in dem die Richtlinie bereits 2016 in Kraft tritt und auf die A-Klasse erhöht wird, um zu umgehen, dass Halogenlampen der B-Klasse auf den europäischen Markt kommen. In diesem Fall wären die Energieeinsparungen um 79 TWh höher als im Vorschlag der Kommission – beziehungsweise um fast 15,8 Milliarden Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Fazit
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich der LED-Markt in Europa bereits zu einem Massenmarkt entwickelt und dass diese Entwicklung auch bis September 2016 anhalten wird – dem Zeitpunkt, zu dem die derzeitig geplanten Maßnahmen in Kraft treten sollen.
„Die kommende Entscheidung der Verantwortlichen in Europa, ob die letzte Phase des Auslaufens von Glühbirnen aufgeschoben werden soll oder nicht, ist besonders wichtig“, erklärte Michael Scholand von CLASP Europe, einer der Autoren des Berichts. „Wenn das Datum 2016 eingehalten wird, beschleunigt sich in Europa die Innovation bei LED-Beleuchtung, und wir können schnellere Preisrückgänge erwarten, von denen Konsumenten früher als bei einer Verzögerung des Aus­laufens profitieren.“ (BO)

INFO-BOX
LEDs auf Top-Niveau
Im Rahmen der von der Österreichischen Energieagentur geleiteten Projekte PremiumLight und topprodukte.at wurden im vergangenen Jahr qualitativ hochwertige LED-Lampen getestet. Im Auftrag der Österreichischen Energieagentur, dem nationalen Kompetenzzentrum für Energie, wurden dabei für den KonsumentInnen wichtige Kriterien wie Energieeffizienz, Farbwiedergabe, Helligkeit und Lichtfarbe (Farbtemperatur) geprüft. Für alle Fans der klassischen Glühlampentechnologie gibt es eine freudige Nachricht: Die „Glühbirne" ist zurück – als zeitgemäße LED-Lampe im Retrodesign mit hoher Energieeffizienz und langer Lebensdauer. Die 15 von der Österreichischen Energieagentur getesteten LED-Birnen und -Spots machen fast ausnahmslos gute Figur und eignen sich bestens für den Ersatz von Energiesparlampen, Glühlampen und Halogenglühlampen. Alle Qualitätsprodukte im Testfeld verfügen über eine deklarierte Lebensdauer von mehr als 20.000 Stunden und eine hohe Energie­effizienz. Die Anschaffungspreise bewegen sich zwischen zehn und 30 Euro im Handel. „Die Investition in LEDs rechnet sich in jedem Fall. Beim Lampenkauf sollten grundsätzlich die Gesamtkosten aus Preis und Stromkosten berücksichtigt werden. Diesbezüglich schlägt die LED sowohl Glühbirnen als auch Halogenlampen seit Langem bei Weitem und hat auch gegenüber Energiesparlampen die Nase vorn. Eine moderne LED als 60-Watt-Glüh­birnen-Ersatz erlaubt über zehn Jahre gerechnet Einsparungen von ca. 100 Euro, die Kosten für die Anschaffung der Lampen bereits eingerechnet. Beim Ersatz von mehreren Lampen pro Haushalt lässt sich, je nach Haushaltsgröße und Anzahl der Personen, somit sehr leicht ein längerfristiges Einsparpotenzial im Bereich von einigen 100 bis über 1.000 Euro errechnen", so DI Peter Traupmann, Geschäftsführer Österreichische Energieagentur.
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