Diskussion um ams-Osram bei Graz © APA - Austria Presse Agentur

In Sachen möglicher Veränderungen der Anteilsstruktur des Mikroelektronikkonzerns ams-Osram mit Sitz in Premstätten bei Graz gab es am Mittwoch eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung (AR). Ergebnisse soll es laut Medienberichten noch nicht geben. Das Unternehmen will über Verkaufserlöse Schulden abbauen.

Zu Beginn der Vorwoche war bekannt geworden, dass ams-Osram sich zur Reduzierung seiner Schulden von Geschäftsteilen trennen wolle. Der österreichisch-deutsche Chip- und Sensorhersteller hatte als Reaktion auf Marktgerüchte in einer Pflichtmitteilung bestätigt, dass man sich in fortgeschrittenen Gesprächen über den Verkauf einzelner Geschäftsaktivitäten befinde. Die angestrebte Transaktion sei Teil des im April 2025 angekündigten Plans zur beschleunigten Entschuldung, hatte der Konzern mitgeteilt. Ziel seien Verkaufserlöse von weit mehr als 500 Mio. Euro. Der Standort in Premstätten südlich von Graz mit rund 1.300 Beschäftigten solle dabei langfristig gesichert werden. Zum Ausgang der Gespräche könne das Unternehmen keine Zusicherungen geben. Von Medien waren zuletzt der Mitbewerber Infineon bzw. ein Konsortium als Interessent für einen Anteils- oder Teilbereichsverkauf gehandelt worden. Bestätigungen von Unternehmensseite gab es dafür bisher nicht.

EU-Förderung für Großprojekt

ams-Osram hatte im Mai 2024 bekanntgegeben, dass am Standort eine neue Fertigungsanlage in einem Reinraum im Volumen von 588 Mio. Euro bis 2030 geplant sei. Unterstützt werden sollte das Vorhaben durch eine Förderung von rund 200 Mio. Euro im Rahmen des European Chips Act (ECA). Dies sollte mittelfristig bis zu 250 Jobs schaffen. Im Februar 2025 hatte dann die EU-Kommission einer 227-Mio.-Euro-Förderung der Republik Österreich für ams-Osram in Premstätten bei Graz zugestimmt. Mit der Maßnahme sollte auch Europas Sicherheit in Sachen Versorgung, Resilienz und technologischer Autonomie bei Halbleiter-Technologien gestärkt werden. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) hatte dazu bereits vergangenen Samstag in der Ö1-Radiosendung "Im Journal zu Gast" festgehalten: "Sollte die Produktion eingestellt oder verlagert werden, wird jeder Steuereuro zurückgefordert".

Einen im Umlauf befindlichen angeblichen "Offenen Brief" der Belegschaft wiesen der Betriebsrat und ams Osram zurück. "Das Schreiben stammt nicht von uns und wurde auch nicht mit uns in irgendeiner Weise abgestimmt", hieß es in einem Statement der Osram-Betriebsratschefs am Standort Premstätten, Wolfgang Koren und Martin Bauer, gegenüber der APA. "Der vermeintliche Belegschaftsbrief hat auch den Vorstand als angeblichen Adressaten nie erreicht", erklärte das Unternehmen.