Die Stimmung ist gut in der Tourismusbranche © APA - Austria Presse Agentur

Die Stimmung bei den Hotellerie- und Gastronomiebetrieben ist mit Blick auf die aktuelle Sommersaison gut. Laut einer Befragung von insgesamt 600 Betrieben der beiden Branchen sind 78 Prozent positiv gestimmt. "Es ist ein positiver Trend gegenüber dem Vorjahr zu erkennen", sagte der WKÖ-Spartenobmann für die Hotellerie, Georg Imlauer, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Der Erhebung des Marketinstituts zufolge ist der Ausblick auf den Herbst jedoch ein wenig getrübter, hier erwarten 65 Prozent der Hoteliers eine positive Entwicklung. Zu kämpfen hätten die Betriebe der beiden Branchen insbesondere mit steigenden Kosten. Bei den Befragten wirkten sich demnach vor allem Steigerungen bei Energiekosten, Lebensmitteln und Getränken sowie bei Steuern und Abgaben auf den Ertrag aus. 30 Prozent der befragten Betriebe gaben an, dass ihr Ertrag im Vergleich zum Vorjahr gesunken sei, durchschnittlich um 18 Prozent. Hingegen berichteten nur 14 Prozent von einem gestiegenen Ertrag. "Uns laufen die Kosten davon", resümierte Imlauer, in der Hotellerie bleibe "immer weniger übrig". Doch auch beim Umsatz verzeichneten 27 Prozent der Betriebe einen Rückgang, während 20 Prozent einen Anstieg aufwiesen.

Betriebe nur beschränkt investitionsfähig

Angespannt ist die Lage für einige Betriebe bei den Investitionen. Ein Drittel gab bei der Befragung an, nur noch "absolut notwendige" Investitionen tätigen zu können. Unterdessen könne ein Fünftel seine Investitionsvorhaben vollständig umsetzen. Im Hinblick auf die nächsten drei Jahre hat etwa die Hälfte der befragten Betriebe Investitionen geplant.

Einen Aufwärtstrend gab es bei der Hotellerie und der Gastronomie bei der Beschäftigung. Insgesamt seien rund 260.000 Personen in den beiden Branchen beschäftigt und damit so viele wie noch nie, so der WKÖ-Spartenobmann für die Gastronomie, Alois Rainer. Dennoch würden mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Tourismusbranchen gebraucht, so Rainer.

KV-Abschluss "absolutes Maximum"

Die Beschäftigten haben seit gestern Gewissheit über die Zukunft ihres Kollektivvertrags. Nach monatelangem Ringen wurde bekanntgegeben, dass in der Tourismusbranche die Gehälter per 1. Oktober durchschnittlich um 3,02 Prozent erhöht werden. "Das ist das absolute Maximum, das wir geben können", kommentierte Imlauer den Abschluss.

Mit dem Kompromiss sind die Wogen zwischen den Sozialpartnern jedoch noch nicht geglättet. Der Abschluss sei gut, doch der Weg dorthin habe die Arbeitgebervertreter verärgert. Auch die gestrige Kommunikation der Einigung kritisierten die Tourismusvertreter: "Normalerweise verkündet man das gemeinsam", so die Obmänner in Richtung der Gewerkschaft vida.