Standard Chartered will einfache Arbeit durch Automatisierung ersetzen © APA - Austria Presse Agentur
Die britische Großbank Standard Chartered will ihre Profitabilität mit einem umfassenden Stellenabbau steigern und hat dafür ein neues Renditeziel ausgegeben. Bis 2030 sollen mehr als 15 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen, was über 7.000 Jobs entspricht. Die Eigenkapitalrendite (ROTE) solle im Gegenzug bis 2028 auf über 15 Prozent und bis 2030 auf rund 18 Prozent steigen, teilte das auf Asien und Afrika fokussierte Institut am Dienstag mit.
"Es geht hierbei nicht um reine Kostensenkungen", sagte Bankchef Bill Winters. "Es geht darum, in manchen Fällen weniger wertvolles Humankapital durch das Finanzkapital und das Investitionskapital zu ersetzen, das wir einsetzen." Automatisierung und Künstliche Intelligenz (KI) sollten einfache Arbeiten ersetzen. Die Maßnahmen sind Teil einer neuen Strategie, mit der Winters den langjährigen Umbau der Bank abschließen und stärkeres Wachstum erzielen will. Das Londoner Institut will sich dabei auf margenstarke Geschäftsbereiche wie das Vermögensmanagement für wohlhabende Kunden konzentrieren. Die Bank hatte ihre mittelfristigen Finanzziele für 2026 bereits ein Jahr früher als geplant erreicht.
Ziele am konservativen Ende der Analystenerwartungen
Die in London notierten Aktien der Bank, die in den vergangenen zwölf Monaten bereits um 65 Prozent zugelegt hatten, gaben um 0,5 Prozent nach. Analysten merkten an, dass die neu gesteckten Ziele eher am konservativen Ende ihrer Erwartungen lägen. "In einer Welt voller Ungewissheit könnte sich die künftige Geschäftsentwicklung als anspruchsvoller erweisen", kommentierte Ed Firth, Analyst bei Keefe, Bruyette & Woods. Er verwies darauf, dass die Bank in den vergangenen Jahren maßgeblich von hohen Zinsen und massiven Kapitalzuflüssen profitiert habe.
StanCharts Vorstoß zur Optimierung der Abläufe und zur Eindämmung der Kosten spiegelt einen globalen Trend wider: Immer mehr Unternehmen weltweit bauen Stellen ab, indem sie KI nutzen, um ihre Effizienz zu steigern. So kündigte beispielsweise das japanische Kreditinstitut Mizuho im März an, über einen Zeitraum von zehn Jahren bis zu 5.000 Arbeitsplätze abzubauen. Und Banken weltweit bemühen sich fieberhaft darum, modernste KI-Modelle zu integrieren und sich gegen zunehmende Cyberbedrohungen zu wappnen.