++ ARCHIVBILD ++ USA bleiben zweitwichtigstes Ziel der heimischen Exportwirtschaft © APA - Austria Presse Agentur

Österreichs Ausfuhren in die USA sind 2025 deutlich eingeknickt. Die Vereinigten Staaten bleiben aber trotz dem Rückgang des Exportvolumens um 20,4 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro zweitwichtigstes Lieferziel der heimischen Industrie, nach Deutschland und nurmehr knapp vor Italien. Das geht aus einer am Dienstag vorgestellten Studie im Auftrag der US-Handelskammer in Österreich (AmCham) und der Unternehmensberatung Accenture hervor.

"Der US-Anteil in den Exporten ist erstmals seit langem gesunken" - von 8,5 Prozent im Vorjahr 2024 auf 6,8 Prozent im vergangenen Jahr, erklärte AmCham-Präsident und Managing Director von Accenture Österreich bei der Präsentation der Zahlen. Die US-Importe stagnierten. In Summe verringerte sich der seit rund einem Vierteljahrhundert bestehende österreichische Handelsbilanzüberschuss mit den USA deutlich. Den deutlichsten Rückgang gab es bei den pharmazeutischen Exporten, die mehr als halbiert wurden. Die Ausfuhren von Maschinen und Geräten sanken um 18 Prozent.

Anstieg bei Dienstleistungen

Positiv in beide Richtungen entwickelten sich die Dienstleistungsexporte - wobei jene von den USA in Richtung Österreich 2025 auf 4,3 Mrd. Euro stiegen. Die österreichischen Dienstleistungsexporte hatten einen Wert von 3,7 Mrd. Euro. Wichtigster Bereich war hier in beide Richtungen die Forschung und Entwicklung, sowie Rechts- und Wirtschaftsdienstleistungen. Eine wichtige Rolle spielen beim transatlantischen Handel mit Dienstleistungen auch die Informations- und Kommunikationstechnologien und der Reiseverkehr.

Die AmCham sprach sich angesichts der Handelsstreitigkeit als Folge der Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump für mehr Freihandel und den Abbau protektionistischer Maßnahmen aus. Auch sollten die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessert werden. Bei den direkten Investitionen machte sich eine gewisse Zurückhaltung bei österreichischen Unternehmen bemerkbar. Sie investierten 2025 mit 22,8 Mrd. Euro um 4,6 Prozent weniger in den USA. Die US-Direktinvestitionen in Österreich stiegen hingegen auf 18,7 Mrd. Euro.

Studienautor Christian Helmenstein von dem Wirtschaftsinstitut Economia und zugleich Chefökonom der Industriellen Vereinigung (IV) strich die wirtschaftliche Bedeutung beider Länder füreinander hervor. 950 Tochterfirmen österreichischer Muttergesellschaften seien in den USA aktiv und würden dort rund 60.000 Menschen beschäftigen. Umgekehrt würden die 50 größten US-Unternehmen, die in Österreich aktiv sind, rund 2,3 Prozent zur Gesamtwirtschaftsleistung beitragen und fünf Mrd. Euro an Steuern und Abgaben zahlen. Zudem würden US-Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation der heimischen Wirtschaft beitragen.

Nordamerika für weniger Unternehmen ein Hoffnungsmarkt

Nordamerika - und Südostasien - werden nur mehr von jedem dritten Exportunternehmen als "Hoffnungsmarkt" gesehen, ergab eine im März unter 76 Unternehmen durchgeführte Umfrage der Kontrollbank (OeKB). 2024 war es noch jedes zweite Unternehmen. Zugleich legen jetzt 59 Prozent der Befragten ihre Hoffnung auf Europa, um 21 Prozentpunkte mehr als 2024. 38 Prozent der Befragten sind stark von US-Einfuhrzöllen betroffen. Als Reaktion darauf planen zwei von drei Unternehmen eine verstärkte Diversifizierung ihrer Zielmärkte, geht aus der Umfrage laut OeKB-Aussendung hervor.