Die ÖBB haben am Dienstag auf der Eisenbahnfachmesse Innotrans in Berlin einen Milliardenauftrag an Siemens Mobility und Hitachi Rail vergeben. Um 2,6 Milliarden Euro soll bis 2030 eine neue, digitale Generation von Stellwerken eingeführt werden, die sowohl für Cybersicherheit als auch technologische Souveränität stehen sollen.

"Einen Rahmenvertrag über 2,6 Milliarden Euro durfte ich als Pate noch nie verkünden", sagte Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) bei der Präsentation. "Wichtig ist, dass das Know-how bei uns bleibt." ÖBB-Infrastrukturvorstand Johann Pluy sprach von der "größten Leistung im Bereich Sicherungstechnik in der Geschichte der ÖBB".

Derzeit gebe es im gesamten österreichischen Netz der Bundesbahnen (ÖBB) 650 Stellwerke mit ebenso vielen Anschlüssen und Leitungen für Strom und Klimaanlagen. Im Endausbau der Umstellung soll es österreichweit nur mehr drei große Rechenzentren geben, die über Glasfaserleitungen miteinander verbunden sind. Das würde laut Pluy zu großen Einsparungen führen, aber auch zu einer Kapazitätserhöhung auf der Schiene.

Firmenstandorte in Österreich profitieren

"Wir führen einen grundlegenden Paradigmenwechsel durch", sagte Tanja Kienegger, Managing Director von Siemens Mobility Austria. 2020 wurde bereits ein Pilotprojekt in Achau an der Ostbahn begonnen. Norwegen hat im vorigen Jahr begonnen, mithilfe von Siemens seine Stellwerke stillzulegen und Eisenbahn-Signale abzubauen.

Hannes Boyer, Vizepräsident von Hitachi Rail für Nord-, Zentral- und Osteuropa, betonte die Bedeutung des Standorts Wien: Zu den 500 Mitarbeitern kämen aufgrund des Großauftrags 40 weitere hinzu. "Wir sichern damit die Bahnzukunft für die kommenden Generationen", sagte Boyer über die künftigen Rechenzentren, die alle traditionellen Stellwerke ablösen sollen. Auch Siemens baut in Österreich aus: Für 25 Millionen Euro wird hier laut Kienegger in ein digitales Testcenter investiert.

(APA)