2025 flossen insgesamt 253 Mio. Euro in die heimische Gründerszene © APA - Austria Presse Agentur
Die Investments in heimische Start-ups sind 2025 weiter gesunken. Der Gesamtwert der Investitionen lag bei 253 Millionen Euro und damit um 56 Prozent unter dem Jahr davor. "Der österreichische Start-up-Finanzierungsmarkt bleibt 2025 stark unter Druck", so die Unternehmensberatung EY zu ihrem jüngsten Start-up-Barometer. Internationales Kapital spielte erneut eine geringere Rolle.
Die Start-up-Investitionen hatten 2021 mit einem Gesamtwert von 1,23 Milliarden Euro einen absoluten Höchstwert erreicht, seither fließt jährlich immer weniger Kapital in die heimische Gründungsszene. Laut EY gibt es eine klare Verschiebung in der Investorenstruktur: Während internationales Kapital 2021 aufgrund von einigen wenigen großvolumigen Finanzierungsrunden mit über 90 Prozent eine dominierende Rolle spielte, lag der Anteil 2025 nur noch bei rund einem Viertel.
Engpass beim Wachstumskapital
"Internationale Geldgeber:innen investieren dort, wo ausreichend Deal-Größe, Wachstumstiefe und verlässliche Anschlussfinanzierungen vorhanden sind – und genau daran fehlt es derzeit in kleineren Märkten wie Österreich", sagte Florian Haas, Head of Start-up bei EY Österreich, laut Aussendung.
Heimisches Kapital gewinnt parallel an Bedeutung, vor allem in den frühen Finanzierungsphasen. Ein Großteil des investierten Kapitals kam 2025 aus Investorenkonsortien mit österreichischen und internationalen Geldgeberinnen und Geldgebern. Allerdings: "Bei größeren Wachstumstickets stoßen österreichische Kapitalgeber:innen an strukturelle Limits. Großvolumige Anschlussfinanzierungen lassen sich aus dem heimischen Markt allein kaum darstellen", so EY. Die internationale Expansion gelingt heimischen Start-ups daher derzeit nur im Ausnahmefall.
Die Forderungen der Szene sind bekannt: eine Anpassung der steuerlichen Rahmenbedingungen, Modelle für Mitarbeiterbeteiligungen und weniger komplexe Regulierung. Ein zentraler Baustein sei der angekündigte Rot-Weiß-Rot-Dachfonds, der institutionelles Kapital, etwa von Pensions- und Versicherungsfonds, in Richtung Start-ups mobilisieren soll. "Kapital ist vorhanden – es wird aber vorsichtiger eingesetzt. Gelingt es, das Umfeld für Wachstumskapital gezielt zu verbessern, kann Österreich seine Attraktivität als Investitionsstandort nachhaltig stärken", sagte Haas.