Die Preise für Wohnen, Wasser und Energie gingen nach oben © APA - Austria Presse Agentur

Die Inflation hat im Juni leicht nachgelassen. Mit 1,6 Prozent Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat lag sie knapp unter dem Mai-Wert von 1,7 Prozent. Während Wohnen und Restaurants erneut Preistreiber waren, gingen die Preise für Treibstoffe zurück, wie aus Daten der Statistik Austria am Mittwoch hervorgeht. Der tägliche Einkauf verteuerte sich marginal um 0,1 Prozent.

Angetrieben wurde die Inflation im vergangenen Monat erneut von den beiden Gruppen Wohnen, Wasser und Energie sowie Restaurants und Hotels. Im Schnitt legten die Preise in diesen beiden Kategorien um jeweils 3,1 Prozent zu. Dabei zogen die Preise für Wohnungsmieten um 3,3 Prozent an, bereits im Mai waren sie um 3,3 Prozent teurer geworden. Die erneute Steigerung im Juni hat am Mittwoch die Arbeiterkammer Wien dazu veranlasst, ihre Forderung nach einer Mietrechtsreform zu bekräftigen: "Wohnen muss leistbar sein", sagte Thomas Ritt, Leiter der AK Abteilung Kommunalpolitik, laut Aussendung. So fordere die AK das Ende für Maklerprovisionen für Mieter, Mietzinsobergrenzen, verstärkten geförderten Wohnbau und "wirksame Sanktionen gegen Mietwucher".

Die Betriebskosten für Eigentumswohnungen wurden laut Daten der Statistik Austria um 7,0 Prozent teurer. Preise für Haushaltsenergie legten durchschnittlich um 3,3 Prozent zu, wobei vor allem höhere Strompreise hierfür verantwortlich waren. Im Jahresvergleich stieg der Arbeitspreis für Strom um 4,6 Prozent. In der Kategorie Restaurants und Hotels schlugen sich indessen vor allem höhere Kosten für Bewirtungsdienstleistungen (plus 3,1 Prozent) preistreibend nieder. Wegen um 3,7 Prozent teureren Freizeit- und Kulturdienstleistungen zogen überdies die Preise für Freizeit und Kultur um 1,6 Prozent an.

Treibstoffe wurden dagegen im Juni um 2,7 Prozent billiger. Im Mai hatten sie sich noch um 2,4 Prozent verteuert. Im Juni gingen die Preise für Superbenzin im Jahresvergleich um 1,9 Prozent und für Diesel um 3,1 Prozent zurück. Gebremst wurde die Teuerung ebenfalls von gefallenen Preisen für Nachrichtenübermittlung, die im Schnitt um 3,2 Prozent zurückgingen. Unter anderem wurden Mobiltelefone um 6,8 Prozent billiger.

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke wurden um 0,9 Prozent teurer, insbesondere wegen Preissteigerungen um 1,1 Prozent bei Nahrungsmitteln, heißt es bei der Statistik Austria. So wurden beispielsweise Gemüse um 5,9 Prozent, Brot und Getreideerzeugnisse um 2,1 Prozent und Fisch um 7,8 Prozent teurer. Obst wurden dagegen um 8,6 Prozent billiger. Auch die Kosten für alkoholfreie Getränke gingen um 0,4 Prozent zurück.

Der Mikrowarenkorb für den typischen täglichen Einkauf verteuerte sich um minimale 0,1 Prozent. Etwas stärker stiegen die Preise für den Miniwarenkorb, der den typischen wöchentlichen Einkauf abbildet und auch Treibstoffe enthält, mit plus 0,3 Prozent im Jahresabstand. Die für Eurozonen-Vergleiche ermittelte Harmonisierte Inflationsrate (HVPI) ging im Juni ebenfalls auf 1,6 Prozent zurück, nach 1,7 Prozent im Mai.

Im Monatsabstand ist die Inflation im Juni um 0,1 Prozent gestiegen. Mit einer Teuerung von 2,0 Prozent war die Gruppe Freizeit und Kultur wegen saisonal teurerer Pauschalreisen (Flugpauschalreisen plus 14,4 Prozent) der Hauptpreistreiber. Stärkster Preisdämpfer waren hingegen Bekleidung und Schuhe, die sich im Schnitt um 3,7 Prozent verbilligten.