Österreich von Cyberangriffen auf Supermärkte derzeit nicht betrroffen © APA - Austria Presse Agentur
Nach den Cyberangriffen auf die Kühlsysteme mehrerer europäischer Supermärkte rüsten sich die heimischen Supermarktketten gegen Attacken. Bei Spar gebe es eine eigene Abteilung, die sich auch mit der Sicherheit von Kühlsystemen beschäftige. Rewe (Adeg, Billa, BillaPlus, Penny) monitore die Lage kontinuierlich, aber bei den Unternehmen der Rewe Group in Österreich seien keine vergleichbaren Vorfälle bekannt, hieß es auf APA-Anfrage. Auch bei Lidl sei man nicht betroffen.
"Aus Sicherheitsgründen äußern wir uns nicht zu konkreten technischen Schutzmaßnahmen, eingesetzten Systemen oder sicherheitsrelevanten Prozessen", sagte eine Rewe-Sprecherin zur APA. Auch der Diskonter Hofer verfügt über ein eigenes Team für IT-Sicherheit. "Wir können versichern, dass IT-Sicherheit einen hohen Stellenwert hat und entsprechende technische und organisatorische Maßnahmen umgesetzt werden", hieß es aus dem Unternehmen. Nähere Details gab Hofer ebenfalls aus Sicherheitsgründen nicht bekannt.
Laut Spar-Sprecherin Nicole Berkmann ist beim Salzburger Familienunternehmen alles digitalisiert - vom Kühlsystem über das gesamte Bestellwesen bis hin zur Lagerlogistik. Daher gebe es eine eigene Abteilung für Cybersicherheit. "Hackerangriffe gibt es auf der ganzen Welt, also die wird es auch in Österreich geben, aber wir tun alles daran, damit unsere Systeme sicher sind", sagte Berkmann am Dienstag im Ö1-"Morgenjournal". Ob es in der Vergangenheit schon Cyberangriffe gegen Spar Österreich gegeben hat, dürfe die Sprecherin aus Sicherheitsgründen nicht sagen.
Angriffe in Österreich grundsätzlich nicht auszuschließen
Laut dem im Innenministerium angesiedelten Bundesamt für Cybersicherheit (BCS) sind Cyberangriffe auf Kühlsysteme von Supermärkten auch in Österreich grundsätzlich nicht auszuschließen. "Aktuell liegen keine konkreten Meldungen zu derartigen Fällen vor", heißt es von dort am Dienstag auf APA-Anfrage. Die Lage werde laufend beobachtet. Die Angriffe in anderen EU-Ländern würden aber zeigen, "wie wichtig grundlegende Maßnahmen zur Cybersicherheit und 'Cyberhygiene' sind".
Durch die umfassende Vernetzung von Maschinen und Geräten gebe es in so gut wie allen Wirtschaftszweigen gewissen Anfälligkeiten für Cyberangriffe. Das BCS verwies hierzu auf das seit Oktober geltende Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz 2026 (NISG 2026), die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie NIS-2. Mittlere und große Firmen sind durch das Gesetz zur Umsetzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet. Das BSC empfiehlt aber auch kleineren Unternehmen, die nicht unter das Gesetz fallen, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.