Die Ersparnis durch die Steuersenkung liegt pro Ware im Cent-Bereich © APA - Austria Presse Agentur
Am Mittwoch ist die Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Nahrungsmittel von 10 auf 4,9 Prozent in Kraft getreten. Der Lebensmittelhandel nutzt die kleine Steuerreduktion der Regierung inzwischen für Werbekampagnen. So hat der Diskonter Lidl bekannt gegeben, Kunden mit einem Treueprogramm die 4,9 Prozent für zwei Wochen zu schenken. Marktführer Spar und Verfolger Billa setzen auf Kundeninfo statt auf Rabatt und bewerben die Produkte, für die die Steuersenkung gilt.
Dabei wird schnell ersichtlich: Viel sparen werden sich die Verbraucher nicht. Bei der Eigenmarken-Semmel verlangt Spar zwei Cent weniger, bei den Cherry-Tomaten ebenfalls. Bei einem Liter Spar S-Budget-Vollmilch sind es sieben Cent, die gleiche Summe ersparen sich die Kundinnen und Kunden auch bei einem Kilo Eigenmarken-Spaghetti. Beim zweitgrößten Lebensmittelhändler Billa (Rewe-Gruppe) wird versprochen, die verordnete Preissenkung "auf den Cent genau" weiterzugeben, auch auf Aktionsartikel.
Laut dem Budgetdienst des Bundes sollen sich Haushalte im Schnitt knapp mehr als sieben Euro im Monat ersparen. Dem Budget fehlen durch das Steuerzuckerl wiederum 400 Mio. Euro.
FPÖ sieht "Täuschungsversuch"
Für die FPÖ ist die Steuersenkung ohnehin nur ein "dreister Täuschungsversuch" der Regierung. "Wer glaubt, die Bevölkerung lasse sich mit dieser Mogelpackung abspeisen, hält die Menschen offenbar für dumm", kritisiert FPÖ-Bundesparteisprecherin Lisa Schuch-Gubik.