Das Baukonzept ist vertikal angeordnet © APA - Austria Presse Agentur
Der weltweit agierende Vorarlberger Logistikkonzern Gebrüder Weiss mit Sitz in Lauterach (Bez. Bregenz) hat am Freitag ein neues zentrales IT- und Logistikzentrum im benachbarten Wolfurt (Bez. Bregenz) eröffnet. Um rund 100 Mio. Euro entstand seit April 2024 auf einem 31.000 Quadratmeter großen Grundstück im Nahbereich des Güterbahnhofs ein Logistikzentrum und ein Bürogebäude für rund 400 Mitarbeitende.
Mit dem nachhaltigen Neubau im Industriegebiet Hohe Brücke bündle man erstmals Logistik, IT und zentrale Fachbereiche an einem Ort, hieß es. Der Gebäudekomplex besteht aus einer 24.000 Quadratmeter großen Logistikfläche und einem dreistöckigen Bürohaus, zudem wurde ein 34 Meter hohes Hochregallager mit 68.000 Palettenplätzen errichtet. Pro Stunde können bis zu 160 Paletten ein- und 200 Paletten ausgelagert werden, damit zähle das Logistikzentrum zu den größeren voll automatisierten Anlagen in Europa.
Zentraler Standort im Vierländereck
Für die Standortwahl sei die unmittelbare Nähe zum Güterbahnhof Wolfurt im Vierländereck und damit die Zuganbindung ausschlaggebend gewesen. Man wolle Straßen- und Schienenverkehre effizienter kombinieren. Das Baukonzept ist vertikal angeordnet, um die begrenzten Flächenressourcen im Rheintal effizient zu nutzen.
Vor rund 250 Gästen betonte Vorstandsvorsitzender Wolfram Senger-Weiss das Bekenntnis zur Region und die strategische Bedeutung des Standorts, dieser sei auf Prozesseffizienz und langfristiges Wachstum ausgelegt. Man investiere bewusst in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld: "Wir schauen nach vorne. Dieser Standort steht sinnbildlich dafür."
Die enge, zukunftsweisende Verzahnung von Logistik und IT ermögliche es, Prozesse gezielt weiterzuentwickeln. Automatisierung und datenbasierte Systeme seien zentral, um Lieferketten auch unter schwierigen Bedingungen stabil zu halten. "Hier bündeln wir die Warenströme der regionalen Exportwirtschaft und bieten einen Hub für die weltweite Verteilung", so Senger-Weiss.
Landeshauptmann sieht "Aufgaben zuhauf"
Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) hob die Bedeutung eines guten Zusammenspiels von Industrie und Logistik für die exportorientierte Vorarlberger Wirtschaft hervor. Bei den Rahmenbedingungen gebe es für die Politik "Aufgaben zuhauf". So habe man in Gesprächen mit dem Bund, den ÖBB und der Asfinag deponiert, dass der Güterbahnhof in seiner Kapazität verdoppelt werden müsse und es einen A14-Vollanschluss in Wolfurt brauche. Der Zoll werde bis Ende 2026 vollständig digital. Das neue Zentrum sende eine Botschaft der Zuversicht und transportiere den Glauben an den Standort und die Industrie. Wolfurts Bürgermeisterin Angelika Moosbrugger lobte die gemeinsame Arbeit an Lösungen an einem auch für die Gemeinde durchaus herausfordernden Projekt.
Das Familienunternehmen Gebrüder Weiss Holding AG erwirtschaftete 2025 nach eigenen Angaben mit rund 8.600 Mitarbeitenden an 180 Standorten weltweit rund 2,73 Mrd. Euro Umsatz (2024: 2,71 Mrd.). Zum Portfolio gehören Transport- und Logistiklösungen, digitale Services und Supply Chain Management.