FMA: Banken sollen notleidende Kredite weiter abbauen © APA - Austria Presse Agentur
Österreichs Banken haben 2025 historisch hohe Gewinne erzielt. Auch ihre Kapitalausstattung hat sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt, teilte die Finanzmarktaufsicht (FMA) am Dienstag mit. Trotzdem rät die Behörde den Geldinstituten, weiter Kapital aufzubauen, in Cybersicherheit zu investieren und den Bestand notleidender Kredite (NLPs; non-performing loans) zu reduzieren. Dank ausbleibender Naturkatastrophen haben auch die Versicherer mehr Gewinn gemacht.
Vorstand Helmut Ettl verwies bei der Präsentation des Berichts auf ein schwieriges Umfeld, mit vielen geopolitischen Krisen neben langfristigen Trends wie Klimawandel und Alterung. Es sei "bemerkenswert, dass aus diesen Krisen keine Krise des Finanzmarktes wurde".
Gewinne auf "historischem Rekordniveau"
Die Gewinne der Banken stiegen auf ein "historisches Rekordniveau", erklärte Vorständin Mariana Kühnel. Die Geldhäuser profitierten vor allem vom Zinsumfeld und gut laufenden Osteuropageschäften. In Summe erwirtschafteten die von der FMA beaufsichtigten 427 Banken im Vorjahr einen Jahresüberschuss von 10,6 Milliarden Euro.
Das Sorgenkind am Markt seien die Problemkredite im Bereich der Gewerbeimmobilien. Deren Quote erreichte 2025 bei rund 8,3 Prozent einen Höchstwert. "Wir sehen aber, dass sich die Kurve abflacht", so Kühnel. Die Erwartung der FMA an die Banken sei aber klar: Diese müssten notleidende Kredite abbauen.
Auch bei den Versicherungen habe man dank ausgebliebener großer Naturkatastrophen ein "sehr starkes" Jahr beobachtet. Der Klimawandel bleibe aber das große Fragezeichen für die Branche. Der Volumen der berechneten Prämien stieg 2025 auf 24,3 Mrd. Euro.
Neun Krypto-Anbieter in Österreich lizensiert
Eine positive Entwicklung der Aktien von Finanzunternehmen trieb auch den Kapitalmarkt in Österreich nach oben. Der Abfluss von Mitteln aus Immobilienfonds setzte sich aber wie in den beiden Vorjahren auch 2025 fort.
Die FMA zog auch ein erstes Fazit zur EU-Verordnung MiCAR, mit der Krypto-Dienstleister (CASP; Crypto Asset Service Provider) reguliert werden. 2025 war die Behörde erstmals für die Aufsicht der Krypto-Branche zuständig. Aktuell seien 9 CASPs von der FMA lizensiert, darunter zwei der zehn größten Anbieter. Europaweit gebe es 92 Anbieter mit der Lizenz eines EU-Staates.
FMA für zentrale EU-Aufsicht großer Krypto-Anbieter
Die Dienstleister mit österreichischer Lizenz hätten Ende 2025 Kryptoprodukte im Wert von 4,4 Mrd. Euro verwahrt. Vor dem Hintergrund der laufenden Diskussionen auf EU-Ebene, die Aufsicht von Krypto-Anbietern stärker bei der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA in Paris zu bündeln, spricht sich die FMA für eine zentrale Aufsicht für die größten Anbieter aus.
Themen waren auch die digitale Sicherheit und Künstliche Intelligenz (KI). Ettl machte hier auf die große Abhängigkeit von großen Konzernen außerhalb der EU aufmerksam. Zudem würde KI dazu führen, dass Schwachstellen in der IT-Sicherheit schneller gefunden würden und das Zeitfenster für Gegenmaßnahmen kleiner wird. Die Banken müssten auch hier dementsprechend investieren.
Neue Kompetenzen bekommt die FMA heuer dann durch das Inkrafttreten des Verbraucherkreditgesetzes, mit dem eine entsprechende EU-Richtlinie umgesetzt wird.