Streik dürfte zum Ausfall von mehr als 520 Flügen führen © APA - Austria Presse Agentur
Der Streik beim Kabinenpersonal in Deutschland sorgt am Freitag für den Ausfall von Hunderten Flügen der AUA-Konzernmutter Lufthansa und trifft Zehntausende Passagiere im Oster-Rückreiseverkehr. Bei der AUA werden auf den Verbindungen nach München und Frankfurt größere Maschinen zum Einsatz kommen, erklärte eine Sprecherin der Airline gegenüber der APA. Der Streik in Deutschland führe aber zu keinen Änderungen im AUA-Flugplan.
Beim Arbeitskampf der deutschen Flugbegleitergewerkschaft UFO bei der Kernmarke Lufthansa und der Airline-Tochter Cityline sollen von Mitternacht bis 22.00 Uhr alle Abflüge von den Drehkreuzen in Frankfurt und München bestreikt werden. Dasselbe gilt für alle Abflüge der Cityline von Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover.
Der Chef von Lufthansa-Airline, Jens Ritter, nannte den Streik in diesen für die Luftfahrt schwierigen Zeiten "vollkommen unverhältnismäßig". UFO-Verhandlungsführer Harry Jaeger forderte die Lufthansa auf, sich zu bewegen. Sonst seien womöglich weitere Streiks nötig. "Es ist zu befürchten, dass wir heute nicht zum letzten Mal hier stehen", sagte Jaeger am Frankfurter Flughafen.
Zehntausende Passagiere betroffen
Man könne rund ein Drittel des ursprünglichen Flugprogramms anbieten, sagte Manager Ritter. In Deutschland werden die Lufthansa-Fluglinien Discover, Lufthansa City und Eurowings nach Möglichkeit Zusatzflüge übernehmen, wie der Konzern mitteilte. Auch die internationalen Töchter wie Austrian Airlines (AUA), Swiss, Brussels Airlines, Air Dolomiti und ITA Airways würden versuchen, zusätzliche Frequenzen anzubieten und auf ihren Flügen von und nach Deutschland größere Flugzeuge einzusetzen. Die Airline veröffentlichte jedoch keine konkreten Zahlen zu den Ausfällen.
Allein am Flughafen in Frankfurt wurden für Freitag etwa 580 Flüge von ursprünglich geplanten rund 1.350 Starts und Landungen gestrichen, wie der Betreiber Fraport mitteilte. Darin sind Annullierungen vor allem von der Lufthansa enthalten, aber auch vereinzelt von anderen Airlines. Betroffen sind demnach etwa 72.000 Passagiere. Auch an anderen Airports fielen Dutzende Flüge der Lufthansa aus.
Verhärtete Fronten
Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) argumentiert, weder in den Verhandlungen über verbesserte Arbeitsbedingungen für die rund 19.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bei der Kernmarke Lufthansa noch in Sachen Sozialplan für die rund 800 Beschäftigten der vor der Schließung stehenden Cityline habe sich die Arbeitgeberseite bewegt.
"Wir haben es hier mit einer Eskalation zu tun, die sich lange, lange angekündigt hat", sagte Jaeger. "Nichts hieran ist überraschend." Die Beschäftigten des Cityline-Kabinenpersonals seien unmittelbar vom Jobverlust bedroht. "Der Arbeitgeber weigert sich konsequent, darüber zu sprechen."
Längerer Streit signalisiert
Die Gewerkschaft monierte eine Blockadehaltung der Lufthansa. An der Spitze des Konzerns seien Personen, die man als "Hardliner" bezeichnen könne, sagte Jaeger. "Die sind fest entschlossen, uns nicht entgegenzukommen in irgendeiner Weise, die sie nicht für zwingend erforderlich halten."
Airline-Chef Ritter erklärte dazu, man habe konkrete und transparente Angebote gemacht, aber es leider noch nicht einmal geschafft, mit der UFO in ernsthafte Gespräche einzusteigen. "Wir sind jederzeit bereit, um über die Herausforderungen der Lufthansa zu sprechen." Der Manager betonte: "Regelungen aus der Vergangenheit werden uns nicht in die Zukunft tragen." Darüber müsse man mit der Gewerkschaft reden.
"Dieser Streik wird nicht den Fortschritt befördern, sondern er wird Perspektiven verhindern." Zudem biete die Lufthansa ihrem Personal "schon heute mit die besten Bedingungen in der Branche in Deutschland und auch im Vergleich mit anderen europäischen Fluggesellschaften".