Die Liste der Vorwürfe gegen Douglas ist lang © APA - Austria Presse Agentur

Die Parfümeriekette Douglas steht der Gründung eines Betriebsrates für die österreichischen Beschäftigten laut Gewerkschaft weiter kritisch gegenüber. Ein am Donnerstag stattgefundenes Gespräch zwischen der Gewerkschaft GPA und der Österreich-Geschäftsführung von Douglas sei "mehr als unerfreulich" verlaufen, sagte GPA-Bundeschefin Barbara Teiber zur APA.

"Die Geschäftsführung hat uns mitgeteilt, dass wir nicht erwarten können, dass die Wahl eines Betriebsrates unterstützt wird. Sie werden mit ihren Führungskräften, also den Filialleitern, reden, ob die glauben, ob die Beschäftigten einen Betriebsrat wollen", schilderte Teiber das Gespräch, das lediglich eine dreiviertel Stunde gedauert haben soll.

Die Kündigungen jener drei Mitarbeiterinnen, die einen Betriebsrat gründen wollten, werde Douglas nicht zurückziehen, so Teiber. Douglas stellte bereits Anfang September in Abrede, dass die Kündigungen etwas mit der geplanten Betriebsratsgründung zu tun gehabt haben. Zu den individuellen Hintergründen der Kündigungen wollte sich das Unternehmen damals nicht äußern. Am Donnerstag seien diese Mitarbeiterinnen von der Österreich-Geschäftsführung als "schwarze Schafe" bezeichnet worden, sagte Teiber.

Die Gewerkschaft hat die Kündigungen beim Arbeits- und Sozialgericht angefochten. Am 8. Oktober findet dort der erste Gerichtstermin statt.

Die Liste der Vorwürfe gegen Douglas ist lang. Die Gewerkschaft spricht von Einschüchterungsversuchen durch Führungspersonen, einem Klima der Angst, von unkorrekten Arbeitszeitaufzeichnungen, zu kurzfristig erstellten Dienstplänen, Spindkontrollen in Abwesenheit der Beschäftigten sowie nicht korrekter Abrechnung am 8. Dezember. Handelsbeschäftigte müssen am Marienfeiertag meist arbeiten, ihnen stehen aber Zuschläge und Zeitausgleich zu. Die Gewerkschaft wird das Arbeitsinspektorat bitten, diese Vorwürfe zu überprüfen. Douglas selbst hatte die Vorwürfe dementiert.

Unterdessen kritisierte das Unternehmen die Gewerkschaft. "Für einen konstruktiven, vertrauensvollen Dialog ist es wenig hilfreich, wenn eine Seite versucht, Gespräche umgehend medial zu instrumentalisieren", hieß es in Richtung GPA-djp, ohne diese namentlich zu nennen, in einem Statement zur APA.

Allen Mitarbeitern stehe es frei, sich in einem Betriebsrat zu organisieren. "Douglas Österreich wird dem nicht im Wege stehen." Das Unternehmen habe "keine Handhabe, über die Gründung eines Betriebsrats zu entscheiden". Daher werde Douglas weder Inhalt noch Ergebnisse der am Donnerstag stattgefundenen Gespräche kommentieren.

Die Gewerkschaft will nun die mehr als 400 Österreich-Beschäftigten von Douglas kontaktieren und sie über die Vorteile eines Betriebsrates informieren. Auch weitere Besuche in den 46 heimischen Filialen seien geplant. Zudem will Teiber mit der Geschäftsführung in Deutschland Kontakt aufnehmen. Douglas-Österreich ist Teil der deutschen Parfümeriekette.