Standort in Wieselburg ist hauptbetroffen © APA - Austria Presse Agentur

Der Automobilzulieferer ZKW wird bis Ende 2027 in Niederösterreich 600 Stellen abbauen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in einer Aussendung mit. Hauptbetroffen ist der Standort in Wieselburg, wo in Summe rund 570 Jobs wegfallen werden, wie eine Sprecherin auf Anfrage konkretisierte. 30 Arbeitsplätze bei ZKW in Wiener Neustadt sind demnach ebenfalls betroffen. Die Maßnahme ist Teil eines weltweiten Programms, in dessen Rahmen 2.300 Posten gestrichen werden.

Konkret werden bis Ende 2027 in Wieselburg rund 100 Jobs bei der ZKW Group abgebaut. Etwa 470 sind es bei ZKW Lichtsysteme am selben Ort. Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird ein freiwilliger Sozialplan angeboten. Die Verhandlungen dafür seien bereits abgeschlossen, wurde in der Aussendung hervorgehoben. "Als verantwortungsvoller und einer der größten Arbeitgeber der Region war die Anpassung des Personals an die Marktsituation eine schwierige, aber notwendige Entscheidung, um den Fortbestand des Standorts zu sichern", betonte Hermann Seitz, Standortleiter der ZKW Lichtsysteme GmbH in Wieselburg.

Jobabbau bereits bis Ende 2024

"Auch an unseren österreichischen Standorten werden Einsparungen auf allen Ebenen nötig sein. Dennoch bilden das Wissen und die Kernkompetenzen aus Österreich die Grundlage für den zukünftigen Erfolg von ZKW", wurde Wonyong Hwang, CEO der ZKW Group, zitiert. Ein Bekenntnis zum Standort Österreich und dessen Fortbestand wurde indes abgegeben. Bereits bis Ende 2024 waren in Wieselburg 600 Jobs abgebaut worden.

Weltweit werden bei ZKW bis Ende 2027 rund 25 Prozent der Stellen wegfallen. Das entspricht dem Unternehmen zufolge insgesamt etwa 2.300 Jobs. Ein "umfassendes Kostensenkungsprogramm sowie Effizienzsteigerungen" seien vorgesehen. "Im Mittelpunkt stehen die Sicherstellung der operativen Handlungsfähigkeit und die Konzentration auf wesentliche Kernaufgaben, um so die Strukturen zu straffen und Effizienzpotenziale bestmöglich zu nutzen", hieß es seitens des Unternehmens. Das Management von ZKW habe die Belegschaft an den jeweiligen Standorten über die Lage, den Aktionsplan für die kommenden Monate und weitere aktuelle Entwicklungen informiert.

Zwölf Standorte insgesamt

Die ZKW Group, die seit 2018 dem südkoreanischen LG-Konzern gehört, verfügt weltweit über insgesamt zwölf Standorte. Im Jahr 2024 beschäftigte der Konzern eigenen Angaben zufolge rund 10.000 Personen und erwirtschaftete einen Gesamtumsatz von rund 1,55 Mrd. Euro.

Für FPÖ-Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm ist der Jobabbau bei ZKW "das Ergebnis jahrelanger Standortvernichtung durch die Systemparteien". Es brauche eine "radikale Kehrtwende" samt "Standortoffensive, die diesen Namen auch verdient", so Kolm in einer Aussendung.