Das Automobilzuliefer-Unternehmen Veritas Austria GmbH schließt mit Ende des Jahres sein Werk in Mieders im Tiroler Stubaital (Bezirk Innsbruck-Land). Das Unternehmen bestätigte der APA einen Bericht der Wirtschaftsplattform "top.tirol". Betroffen seien 80 bis 90 Beschäftigte. An einem Sozialplan werde bereits gearbeitet. Die Produktion soll in ein "Billiglohnland" verlegt werden, hieß es unter Berufung auf die Eigentümer.
Die deutsche Veritas-Gruppe bzw. Veritas AG kämpfte schon längere Zeit mit Problemen, 2020 war sie insolvent. Im Jahr 2024 wurde die Veritas AG schließlich vom US-amerikanischen Autozuliefer HDT Automotive Solutions übernommen.
Ein Grund für die Schließung des Werks im Stubaital dürften jedenfalls unter anderem die Lohnkosten sein: "Die Eigentümer haben entschieden, dass die Produktion in ein Billiglohnland verlegt wird", sagte Alexander Hopf, Geschäftsführer der Veritas Austria GmbH in Mieders, gegenüber der Online-Ausgabe der "Tiroler Tageszeitung" am Dienstag. "In den vergangenen fünf Jahren sind unsere Personalkosten um 25 Prozent gestiegen", schilderte Hopf. Auf lange Sicht sei das nicht mehr tragfähig gewesen.
Schon länger Personalabbau
Das Werk in Mieders sei jahrelang kontinuierlich verkleinert worden, so waren etwa im Jahr 2012 noch 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort beschäftigt gewesen. Trotz sinkender Umsätze und eines stetig schrumpfenden Personalstands habe man in Tirol aber stets profitabel gewirtschaftet, betonte der Geschäftsführer der Veritas Austria GmbH. Der Großteil der nunmehr betroffenen, verbliebenen Mitarbeiter sei in der Produktion tätig gewesen, ein kleiner Teil in der Verwaltung.
Die Veritas AG hat indes eine lange Geschichte: Gegründet wurde das Unternehmen 1849 als Berliner Gummiwarenfabrik. Daraus entwickelte sich ein international tätiger Automobilzulieferer, 2005 wurde der Standort in Mieders Teil des Unternehmensverbunds.
(APA)