Achtlos aufbewahrte Akkus sind brandgefährlich © APA - Austria Presse Agentur

Akkus, etwa für Smartphones oder E-Scooter, gelten als brandgefährlich. Um die Sammelquote in die Höhe zu schrauben, kommt immer wieder der Ruf nach einem Pfand- oder Cashback-System. Dem erteilt Thomas Maier, Geschäftsführer der Elektro Recycling Austria (ERA), im Gespräch mit der APA eine Absage. Die Tochter der Altstoff Recycling Austria (ARA) setzt stattdessen auf Bewusstseinsbildung. Helfen sollen auch kommende gesetzliche Regelungen.

Zu den Aufgaben der ERA zählt nicht nur das Sammeln und Recyceln von Elektrogeräten, sondern auch von Batterien - und das durchaus mit Erfolg. Bei den herkömmlichen Batterien liege man bei einer Sammelquote von 82 Prozent, in manchen Quartalen sogar über 100 Prozent, wenn weniger Batterien verkauft als zurückgebracht wurden.

Was die Sammelquote auf rund die Hälfte drückt, ist das geringe Sammelaufkommen bei Lithium-Ionen-Akkus von 14 Prozent. Allerdings stellen gerade diese eine potenzielle Gefahr dar, wenn sie nicht ordnungsgemäß entsorgt werden. Bei Über- oder Tiefentladung oder bei Beschädigungen können sie zu Bränden führen.

Kein Lenkungseffekt

Dessen ungeachtet spricht sich Maier gegen ein Pfandsystem aus: Es hätte keinen Lenkungseffekt. "Das hat schon bei den Kühlgeräten nicht funktioniert." Bis Mitte 2005 bekamen Kunden beim Kauf eines Kühlschranks ein Pickerl. Wurden die alten, defekten Kühlschränke zurückgebracht, erhielten die Kunden Geld zurück, sofern sie das Pickerl vorweisen konnten. "Aber das haben die meisten nicht mehr gefunden", merkt Maier an.

Aber auch ein sogenanntes Cashback-System bringe nicht den gewünschten Effekt. "Wenn das nur Österreich macht, kaufen die Leute die Batterien in Freilassing (Deutschland; Anm.) und geben sie dann in Salzburg zurück."

Billigprodukte als Risiko

Sowohl das Pfand- als auch das Cashback-System würden Kosten verursachen, die letztlich die Konsumenten zu tragen hätten. Daher würden die Verkäufe über Online-Plattformen zunehmen. "Wie soll ich einen Chinesen dazu verpflichten, hier etwas zu bezahlen? Der weiß ja nicht einmal, wo Österreich liegt", sagte Maier. Beim Einkauf über Online-Plattformen laufe man zudem Gefahr, Billigprodukte zu erwerben, die rasch zu einem Sicherheitsrisiko werden können.

Auf die Verwendungsdauer umgerechnet zahle sich der Griff zu renommierten Produkten jedenfalls aus. Die durchschnittliche Behaltedauer eines Akkus im Haushalt liegt bei 6,5 Jahren. Mehr als die Hälfte der Handys werden zwar nach 3 bis 5 Jahren ausgesondert, landen dann aber in der Schublade. Die durchschnittliche Behaltedauer beträgt hier 4,9 Jahre. Tablets sind im Schnitt 5,3 Jahre und Laptops 7,4 Jahre im Gebrauch, geht aus einer Erhebung der ERA im Jahr 2019 hervor. Und bei Werkzeugen wie Akku-Bohrmaschinen halte der Nickel Cadmium-Akku im Schnitt 9,7 Jahre, ein erheblicher Teil sogar 12 bis 17 Jahre.

Rund 2.100 Sammelstellen

Anschließend sollen die Akkus bei einer der mehr als 2.100 Sammelstellen in Österreich abgegeben werden. Bei unsachgemäßer Entsorgung kommt es immer wieder zu Bränden. Um diese Gefahr zu reduzieren, investierte die ARA in die Sortieranlage in Enns einen siebenstelligen Betrag in die Detektion von Akkus. Und die Sammelstellen sind weitgehend abgesichert. Bei der Aufbewahrung der Lithium-Ionen-Akkus wird das Mineral Vermiculit als Brandschutz eingesetzt.

Die Vorkehrungen machen sich bezahlt: So gab es in den vergangenen neun Jahren nur zwei Brände in den Sammelstellen, merkte Maier an. Inzwischen können die Akkus auch gut recycelt werden. Bei Akkus mit Nickel und Kobalt als Kathodenmaterial liegt der Recycling-Grad bei 90 bis 95 Prozent.

Hinzu kommt, dass künftig weniger Akkus auf den Markt kommen werden. Denn ab 1. Jänner 2027 sind Einwegprodukte mit Akkus wie etwa E-Zigaretten verboten. Eine weitere Regelung sieht vor, dass Hersteller ab Mitte Februar nur mehr Mobilgeräte mit austauschbaren Akkus produzieren.

Bei der ERA setzt man - unter anderem mit Kampagnen wie "Sei kein Zündler" oder "her mit leer" - auf Bewusstseinsbildung. Es müsse den Konsumentinnen und Konsumenten klar sein, dass die Entsorgung über den Hausmüll ein riskantes Unterfangen sei und damit außerdem wertvolle Ressourcen verschwendet werden.