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Wissensvorsprung

NEW BUSINESS Export - NB EXPORT 2/2018
Österreich steht bei Studenten aus unterschiedlichsten Herkunfts­ländern hoch im Kurs. © Universität Wien/Barbara Mair

Die österreichische Hochschullandschaft und ihre Errungenschaften genießen weltweit ein hohes Ansehen. Um diesen Wissensvorsprung weiter auszubauen ...

... setzen viele erfolgreiche Institute auf internationale Kooperationen.

Der heimische wissenschaftsstandort befindet sich auf der Überholspur. Internationale Erhebungen bescheinigen dem wissenschaftlichen Output ­Österreichs eine große Tragweite. Nicht zuletzt ein Verdienst einer weltweit anerkannten Hochschullandschaft.

Zeugnisverteilung für Universitäten
Das THE-Ranking des britischen Magazins „Times ­Higher Education“ stellt den Leistungen von Österreichs Universitäten kein schlechtes Zeugnis aus. Als beste österreichische Universität ging die Universität Wien hervor. Sie ist – wie bereits im Vorjahr – die einzige österreichische Universität unter den gelisteten Top 200 und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 22 Plätze verbessert. Aktuell liegt sie auf Platz 143.
Verbessert haben sich darüber hinaus auch die Med Uni Wien, die Med Uni Graz und die TU Wien. Unverändert blieben die TU Graz und die Johannes Kepler Universität Linz. Erstmals mit dabei ist die Montanuni Leoben.
„Ich bin mit dem Ergebnis durchaus zufrieden“, so der Wissenschaftsminister Heinz Faßmann. „Es ist schwierig für die Universitäten eines kleinen Landes mit spezifischen Rahmenbedingungen und mit Deutsch als maßgeblicher ­Arbeits-, Lehr- und Publikationssprache, innerhalb der globalen, englischsprachigen Wissenschaftscommunity Anerkennung zu finden. Dennoch zählen Österreichs Universitäten zu den besten der Welt. Und der Erfolg gibt Motivation, in der Liga der Spitzenuniversitäten weiter aufzusteigen.“ Dieses Ziel vor Augen investieren ­heimische Hochschulen große Anstrengungen in den Aufbau langfristiger, internationaler Kooperationen, Partnerschaften und Austauschprogramme.

Großer Erfolg österreichischer Hochschulen bei Erasmus+
Außerordentlich erfolgreich waren Österreichs Hochschulen bei der diesjährigen Antragsrunde zur Förderung internationaler Projekte im Rahmen des EU-Bildungs­programms Erasmus+: Bei allen Erasmus+-Projekten, die zentral bei der EU-Kommission einzureichen sind, erhielten Anträge unter österreichischer Koordination den ­Zuschlag, teilweise sogar in überdurchschnittlichem Ausmaß. Heinz Faßmann gratuliert: „Die Ergebnisse unterstreichen die Stärke des Hochschulstandorts Österreichs. Unsere Hochschulen zeigen einmal mehr, dass transnatio­nale Zusammenarbeit einen Mehrwert für Forschung und Lehre bringt.“ Die Nationalagentur Erasmus+ Bildung in der OeAD-GmbH unterstützt die Hochschulen bei der Antragstellung. Für Geschäftsführer Stefan Zotti zeigt die positive Entwicklung der vergangenen Jahre, dass die persönliche Beratung eine erfolgreiche Einreichung entscheidend unterstützt: „Die Angebote aus dem Programm Erasmus+ stehen bereit. Unsere Hochschulen wollen international arbeiten, und mit guter Begleitung in der Antragsphase führt das zu hervorragenden Ergebnissen. Außerdem gelingt es damit, zusätzliche EU-Gelder nach Österreich zu holen.“

6,4 Millionen Euro für „Capacity Building in Higher Education“
Capacity Building unterstützt die Modernisierung der Hochschulbildung und der Hochschulsysteme in Entwicklungsländern. Insgesamt wurden hier 147 Kooperationsprojekte genehmigt, sieben davon werden von österreichischen Hochschulen koordiniert. Die Gesamtförderung beträgt 6,4 Millionen Euro. Österreich liegt im Ranking der koordinierenden Staaten damit auf Platz vier hinter Spanien (14 Projekte), Italien (13) und Serbien (8). Gefördert werden zwei Projekte der Universität Graz, drei der FH Joanneum und zwei der Donau-Universität Krems. In weiteren 19 Projekten befinden sich österreichische Institutionen als Partner, somit ist Österreich an 18 Prozent aller genehmigten Capacity-Building-Projekte beteiligt.

Platz zwei für österreichische „Erasmus Mundus Joint Master Degrees“
Von nur 42 europaweit genehmigten Erasmus-Mundus-Masterstudiengängen werden gleich fünf von österreichischen Hochschulen koordiniert. Die Studiengänge verfügen über ein Gesamtbudget von fast 16,7 Millionen Euro und werden 350 Stipendien vergeben können. Somit liegen die österreichischen Universitäten mit einem Budgetanteil von zwölf Prozent hinter Frankreich (9) auf dem hervorragenden zweiten Platz – ex aequo mit Spanien und Großbritannien. Projektträger sind die Donau-Universität Krems, die Universität Salzburg sowie die Universität Graz. Darüber hinaus sind die Universität für Bodenkultur Wien und die Universität Wien in drei weiteren Projekten als Partner vertreten. „Erasmus Mundus Joint Master Degrees“ sind internationale Masterstudiengänge, in deren Verlauf Studierende an mehreren Standorten europa- und weltweit ihre Ausbildung absolvieren.

1,8 Millionen Euro EU-Förderung für zwei österreichische Wissensallianzen
Darüber hinaus hat die Europäische Kommission 2018 30 Wissensallianzen bewilligt. Zwei davon werden von österreichischen Hochschulen koordiniert und erhalten eine Förderung von rund 1,8 Millionen Euro, das entspricht einem Budgetanteil von sieben Prozent. Vor Österreich liegen nur Spanien (7) und Deutschland und Italien (jeweils drei koordinierte Projekte). Projektträgerinnen sind die Wirtschaftsuniversität Wien und die FH Joanneum. In drei weiteren Projekten sind österreichische Institutionen (Wirtschaftsuniversität Wien, Pädagogische Hochschule Wien und „die Berater“) als Partner vertreten. Wissensal­lianzen sind Kooperationsprojekte zwischen Hochschulen und der Arbeitswelt, in denen die Partner in Zusammenarbeit mit Unternehmen relevante Lernangebote bereitstellen, Curricula entwickeln und neue pädagogische ­Ansätze erarbeiten.

MCI auf Internationalisierungskurs
Auch am Management Center Innsbruck (MCI) setzt man bereits seit vielen Jahren auf eine internationale Ausrichtung. Mit 250 Partneruniversitäten gilt das MCI sogar als eine der internationalsten Hochschulen im deutschsprachigen Raum. Sowohl die Zahl der Partneruniversitäten pro Studierendem als auch Quantität und Qualität des Studierendenaustauschs können sich mit internationalen Standards messen. Regelmäßig werden Verträge mit hochklassigen Hochschulen in spannenden Destinationen abgeschlossen. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, die Exzellenzpartner zu halten und die entsprechenden Verträge zu verlängern. Erst kürzlich konnte die Unternehmerische Hochschule® die langjährigen Partnerschaften mit dem Asian Institute of Management (AIM) auf den Philippinen, dem Tecnológico de Monterrey (Instituto ­Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey, ITESM) in Mexiko und der St. Edward’s University in Texas/USA verlängern. Die drei Partnerhochschulen zählen weltweit zu den renommiertesten ihres jeweiligen Bereichs.

Spitzenwert bei internationalen Austauschstudierenden an WU
Über einen internationalen Ansturm freut sich dieser Tage die Wiener Wirtschaftsuniversität (WU). Mit insge­samt 612 Austausch­stu­die­renden aus 61 unter­schied­li­chen Ländern startete in diesem Winter­se­mester eine Rekord­zahl an inter­na­tio­nalen Studie­renden ein Austausch­se­mester bzw. -jahr an der WU. Ausschlag­ge­bend dafür ist neben dem Stand­ort­vor­teil vor allem die hervor­ra­gende Repu­ta­tion der WU.
Für die WU ist Inter­na­tio­na­lität seit ihrer Grün­dung eine trei­bende Kraft in ihrer Entwick­lung. Als eine der ersten Univer­si­täten in Öster­reich wurde bereits 1990 eine Kommis­sion für inter­na­tio­nale Kontakte einge­richtet und das Zentrum für Auslands­stu­dien gegründet. Dieses ist auch für die Orga­ni­sa­tion von Auslands­auf­ent­halten von ­Inco­m­ings und Outgo­ings zuständig und meldet für das Winter­se­mester 2018/19 mit 612 inter­na­tio­nalen Austausch­stu­die­renden einen Rekord. Die Top-­Na­tionen sind dabei die USA, Italien, Spanien und China. „Gemessen an der Gesamt­stu­die­ren­den­zahl gingen bereits in den vergan­genen Jahren an keiner anderen öster­rei­chi­schen Univer­sität so viele Studie­rende ins Ausland oder kamen im Rahmen eines Austausch­se­mes­ters oder -jahrs wie an der WU. Für uns ist dieser neuer­liche Rekord ein schöner Erfolg und ein Beweis, dass unsere inter­na­tio­nale Ausrich­tung und unsere hohen Quali­täts­stan­dards welt­weit aner­kannt werden“, sagt Rektorin Edel­traud Hanap­pi-Egger.
Die Beweg­gründe für einen Auslands­auf­ent­halt an der WU werden jedes Jahr anhand einer Befra­gung ermit­telt. Auf den ersten drei Plätzen liegen die Stadt Wien, knapp gefolgt von der Repu­ta­tion der WU sowie der güns­tigen geogra­fi­schen Lage in der Mitte Europas. Damit zeigt sich, dass die im Mercer-„Quality of Living“-Ran­king 2018 auf Platz eins liegende Stadt Wien für die Wirt­schafts­uni­ver­sität auch einen klaren Stand­ort­vor­teil bringt. Ein eben­falls wich­tiger Grund für Inco­m­ings ist das vorhan­dene Kursport­folio: Sowohl die Mögl­ich­keit, Deutsch als Fremd­sprache zu erlernen, als auch das Angebot an englisch­spra­chigen Lehr­ver­an­stal­tungen sowie gene­rell ein attrak­tives Kurs­an­gebot sind für die Wahl entschei­dend. Die Studie­renden wurden außerdem befragt, warum sie einen Auslands­auf­ent­halt grund­sätz­lich in Erwä­gung ziehen und wo sie die Kern­vor­teile sehen. Die Chance zu reisen bleibt weiterhin ein ausschlag­ge­bender Grund für einen Auslands­auf­ent­halt. Das Inter­esse an einem neuen univer­si­tären Umfeld liegt auf Platz zwei, gefolgt von der Erwei­te­rung der Sprach­kom­pe­tenz auf Platz drei.

Studierende der FH Salzburg werden Stanford-Fellows
Auch Lara Goritschnig, Vanessa Radunz, Patrick Schmid und Dominik Hofer verfolgen als sogenannte Fellows ein grenzüberschreitendes Ziel: Sie wollen die Zukunft am Campus mitgestalten und andere Studierende ermutigen, neue Ideen einzubringen und umzusetzen. „Das University-Innovation-Fellows Programm fördert den Zusammenhalt und die Kommunikation zwischen Studierenden aus aller Welt und unterstützt uns Studentinnen und Studenten auf unserem Weg in die Zukunft“, berichtet Lara Goritschnig.
Die vier Studierenden wurden aus allen Studiengängen der FH Salzburg ausgewählt und haben sich im Sommer für das UIF-Programm mit einem gemeinsamen Video, einem Bewerbungsgespräch und jeder Menge Ideen ­beworben. Zudem musste für die Aufnahme ein sechs­wöchiges Training absolviert werden. „Durch das team­orientierte Arbeitsverhältnis konnten wir aktiv als Studierende erleben, dass Higher Education nicht nur einzeln studieren, sondern gemeinsam gestalten bedeutet. Das internationale Netzwerk, das sich durch das Fellow-Programm aufgebaut hat, hilft uns dabei, auch von anderen Hochschulen zu lernen und uns mit ihnen auszu­tauschen“, so Vanessa Radunz.
Im Förderprogramm des prestigeträchtigen Hasso Platt­ner Institute of Design der Universität Stanford sollen die Studierenden nun begleitet von ihren Mentoren innovative Ideen entwickeln, selbst Vorlesungen und Kurse gestalten, mit neuen Veranstaltungsformaten experimentieren und damit institutionellen und nachhaltigen Wandel an ihrer Hochschule fördern. Ziel der Fellows ist es, Studierende aller Fachrichtungen – von Ingenieurwissenschaften über Kunst bis Wirtschaft und Wissenschaft – Fähigkeiten und Denkweisen zu vermitteln, die sie auf die Zukunft vorbereiten. Dominik Hofer: „Es gibt nahezu unendlich viele Möglichkeiten, wie man Fachgebiete kombinieren kann, um die Forschung weiterzutreiben. Das UIF-Programm bietet Mittel und Wege an, wie man sowohl im Kleinen als auch im Großen das Bildungssystem ändern kann.“ Patrick Schmid ergänzt: „Unser Ziel ist es, die In­fra­struktur für die Zukunft zu gestalten, damit Studierende interdisziplinär an Probleme herangehen können.“
Während des Programms nehmen die Teilnehmer weltweit an Mentoring-Events teil. Durch den Austausch mit internationalen Studierenden lernen sie verschiedene Campuskulturen kennen und können Best-Practice-Beispiele an ihre Hochschule anpassen und dort umsetzen.
Eine Portion Idealismus und die Unterstützung dabei, neue Dinge auszuprobieren, treiben die Teilnehmer an. „Das UIF-Programm bietet Werkzeuge für Studierende um eine alte Idee neu zu gestalten: die Universität als Ort des gemeinsamen Lernens. Das für mich Überzeugendste am Stanford-Programm ist die eingebaute Vernetzung mehrerer Ebenen: Von Anfang an hatten alle Beteiligten das Gefühl, an einem Strang zu ziehen“, so Thomas Grundnigg, Senior Lecturer und Initiator des UIF-Programms an der FH Salzburg. Über dieses Programm hinaus werden die vier Studierenden im nächsten Jahr als Mentoren neue ­Fellows am Campus unterstützen. Was bleibt, ist ein ­lebenslanges, internationales Netzwerk an Kontakten.  (BO)

INFO-BOX
Über das THE-Ranking
Das jährlich durchgeführte THE-Ranking umfasst 13 Indikatoren, die fünf Dimensionen zugeordnet sind: Forschung (30 %), Forschungseinfluss (30 %), Lehre (30 %), Internationalität (7,5 %) und Technologietransfer (2,5 %). Die zugrunde liegenden Daten werden durch Befragungen von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen erhoben und bestehen des Weiteren aus allgemeinen Statistiken der Universitäten und der Zählung der Zitierung von Artikeln in Fachzeitschriften. In die Ergebnisse der Befragung fließen insgesamt zu 15 Prozent die wahrgenommene Qualität der Lehre und zu 18 Prozent die der Forschungsreputation einer Universität ein. Außerdem werden u. a. statistische Verhältnisse wie Personal pro Studierendem oder der Anteil an Doktoranden berücksichtigt, um die Qualität der Lehre zu messen.
Die Anzahl der gelisteten Hochschulen ist im Ranking 2018/19 auf 1.250 Hochschulen aus 86 Ländern angewachsen. Das sind etwa fünf Prozent der Hochschulen weltweit. Die Teilnahme am Ranking erfolgt freiwillig durch die Hochschulen.